Coronavirus-Debatte rund um VfB-Spiel: Spieler und Trainer äußern sich

Stuttgart - Der VfB Stuttgart kam im Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga am Montagabend nicht über ein 1:1 (0:0) gegen den Spitzenreiter DSC Arminia Bielefeld hinaus (TAG24 berichtete). Doch sowohl im Vorfeld der Partie als auch danach war vor allem die Situation rund um das Coronavirus im Blickpunkt.

54.302 Zuschauer sahen in der Mercedes-Benz-Arena das Zweitliga-Spitzenspiel zwischen dem VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld.
54.302 Zuschauer sahen in der Mercedes-Benz-Arena das Zweitliga-Spitzenspiel zwischen dem VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld.  © Sebastian Gollnow/dpa

Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39, CDU) verlautbaren ließ, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen und der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) ebenfalls diese Empfehlung aussprach, war vor der Partie lange nicht endgültig klar, ob diese stattfinden wird und falls ja, möglicherweise als Geisterspiel.

Letztlich teilte die Stadt Stuttgart am Montagnachmittag mit, dass die Partie stattfinden wird und Zuschauer zugelassen seien - ausschlaggebend dafür seien "vor allem polizeiliche Aspekte und Fragen der Sicherheit" gewesen, wurde Lucha zitiert.

Das Spitzenspiel in der Mercedes-Benz-Arena fand dann vor 54.302 Zuschauern statt, die Desinfektionsmittel mit ins Stadion bringen durften. Bei der Kontrolle mussten die Fans den Ordnern als Vorsichtsmaßnahme den Rücken zudrehen.

Künftig drohen jedoch Geisterspiele. VfB-Sportdirektor Sven Mislintat sagte nach dem Spiel gegen Bielefeld: "Das ist höhere Gewalt. Das müssen wir nehmen, wie es kommt. Da geht Gesundheit vor allen anderen Faktoren."

Top-Duell im Aufstiegsrennen gegen den HSV nächstes Heimspiel des VfB

Stuttgarts Wataru Endo, Daniel Didavi, Mario Gomez und Torwart Gregor Kobel (v.l.n.r.) stehen nach dem Unentschieden gegen Bielefeld auf dem Platz.
Stuttgarts Wataru Endo, Daniel Didavi, Mario Gomez und Torwart Gregor Kobel (v.l.n.r.) stehen nach dem Unentschieden gegen Bielefeld auf dem Platz.  © Sebastian Gollnow/dpa

Der Trainer von Arminia Bielefeld, Uwe Neuhaus, stimmte zu: "Wahrscheinlich ist es das Vernünftigste, um einen noch größeren Schaden abzuwenden. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es weitergeht, wenn die erste Mannschaft betroffen ist, wenn die ersten Spieler ausfallen, wie dann alles geregelt werden soll."

In der Spielvorbereitung auf das Spitzenspiel habe es innerhalb der Stuttgarter Mannschaft einen sehr sachlichen Umgang mit der Thematik gegeben, machte Sven Mislintat klar.

Für die VfB-Spieler selbst änderte sich ansonsten nichts Wesentliches. "Das einzige, was anders ist, ist, dass sich jeder mit der Faust die Hand gibt", sagte Rechtsverteidiger Pascal Stenzel. "Ansonsten redet man drüber und hört, was in Italien los ist."

Während Torhüter Gregor Kobel wie seine Kollegen "sehr froh" darüber war, dass das Spiel zwischen dem Tabellenführer und dem Zweitplatzierten nicht zum Geisterspiel geworden ist, erklärte Gonzalo Castro, dass die Mannschaft angewiesen wurde, aus Sicherheitsgründen auf Abstand zu den Fans zu gehen - konkret: keine Autogramme zu schreiben, keine Selfies zu machen oder nicht mit ihnen abzuklatschen.

In den kommenden beiden Ligaspielen muss der VfB Stuttgart jetzt zweimal auswärts ran. Am 15. März (13.30 Uhr) geht es gegen den SV Wehen Wiesbaden und am 21. März (13 Uhr) gegen Holstein Kiel.

Das nächste Heimspiel in der Mercedes-Benz-Arena steigt am 6. April (20.30 Uhr), wenn der Hamburger SV beim Top-Duell im Aufstiegsrennen zu Gast ist. Ob bis dahin wieder Fans im Stadion erlaubt sein werden, ist noch nicht sicher.

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