VfB-Unruhen: Aufsichtsrat soll Kompromiss zwischen Vogt und Hitzlsperger verhindert haben

Stuttgart - Auch nach den Statements von VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger (38) zur Aufklärung der Datenaffäre und seiner Reaktion auf die kritische Berichterstattung zu seiner Person, kommen rund um den Machtkampf innerhalb des Vereins neue Details ans Licht.

Das Verhältnis zwischen dem VfB-Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger (38, l.) und Präsident Claus Vogt (51) ist zerrüttet.
Das Verhältnis zwischen dem VfB-Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger (38, l.) und Präsident Claus Vogt (51) ist zerrüttet.  © Tom Weller/dpa

Exklusiven Informationen der Stuttgarter Zeitung zufolge, habe es zwischen Hitzlsperger und dem amtierenden Präsidenten Claus Vogt (51) zwei Gesprächsrunden gegeben, die darauf abzielten, ihr zerrüttetes Verhältnis zu verbessern.

An den "Schlichtungsgesprächen" sollen Helmut Schulte (63) als Hitzlsperger-Vertrauter und Andreas Rettig (57), der Vogt nahe steht, mit dabei gewesen sein.

Das erste Treffen fand demnach am 22. Dezember und damit acht Tage vor Hitzlspergers offenem Brief statt, in welchem er Vogt heftig angriff und dessen Eignung für das Präsidentenamt absprach.

Laut Stuttgarter Zeitung forderte offenbar ein langjähriges Mitglied des VfB-Aufsichtsrates im Vorfeld des Treffens von Vogt, er solle seinen Vorsitz in dem Gremium abgeben. Dies lehnte Vogt demnach ab, da er in dieser Kontrollfunktion die Vertretung der Vereinsmitglieder sehe, welche er zum Auftrag hat.

Allerdings hätte Vogt im Gegenzug als Kompromiss vorgeschlagen, sich aus dem Präsidialausschuss zurückzuziehen - einem dreiköpfigen Gremium, dem neben ihm Daimler-Personalchef Wilfried Porth (61) und Rainer Adrion (67) angehören und das befugt ist, bei Bedarf schnelle Entscheidungen treffen zu können.

Hitzlsperger soll laut den Informationen der Stuttgarter Zeitung damit einverstanden gewesen sein. Doch ein Aufsichtsrat war dagegen, was den Schlichtungsversuch scheitern ließ und die ohnehin schon vorhandenen Spannungen nur weiter strapazierte.

Hitzlsperger soll Rückzug der Präsidentschaftsbewerbung abgelehnt haben

Die Kritik an Thomas Hitzlsperger nimmt derzeit kein Ende.
Die Kritik an Thomas Hitzlsperger nimmt derzeit kein Ende.  © Tom Weller/dpa

Nach dem öffentlichen Beben rund um Hitzlspergers Brandbrief gegen Vogt folgte am 8. Januar das zweite Treffen mit derselben Besetzung.

Um die Wogen zwischen den beiden Funktionären zumindest wieder ein wenig glätten zu können, soll angepeilt worden sein, dass Hitzlsperger seine Bewerbung für das Amt des Präsidenten zurückzieht und Vogt diesen wiederum nach einer öffentlichkeitswirksamen Entschuldigung aus der Schusslinie der aufgebrachten Fans und der kritischen Berichterstattung nimmt.

Doch auch diese Lösung scheiterte demnach drei Tage später, nachdem Hitzlsperger sich eine Bedenkzeit nahm. So kam es, dass sich der Vorstandschef in einem knappen Statement zwar für die Art und Weise seines Vorgehens gegen den Präsidenten entschuldigte, seine inhaltlichen Angriffe jedoch weiter im Raum standen - und mit ihnen die interne Zerrissenheit des VfB Stuttgart.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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