VfB-Boss Hitzlsperger verspielt im Machtkampf seinen Kredit, Vogt hat eine Chance

Stuttgart - Im schmutzigen Machtkampf ums Präsidentenamt beim VfB Stuttgart geht es in die nächste Runde.

Wolf-Dietrich Erhard ist der Vorsitzende des Vereinsbeirats beim VfB Stuttgart.
Wolf-Dietrich Erhard ist der Vorsitzende des Vereinsbeirats beim VfB Stuttgart.  © Maximilian Haupt/dpa

So hat sich am Montagnachmittag der Vereinsbeirat zu Wort gemeldet und verkündet, vor der Aufklärung des Datenskandals keine Kandidaten zu nominieren. Zudem nimmt sich das Gremium das Recht, selbst nach einem geeigneten Präsidenten zu suchen.

Somit gilt es inzwischen als wahrscheinlich, dass der Vereinsbeirat am liebsten weder Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger (38) noch Claus Vogt (51) zur Wahl aufstellen würde.

Eine Entscheidung, die gravierende Folgen mit sich bringt. Denn sollte Hitzlsperger tatsächlich nicht zur Wahl stehen, ist der Image-Schaden des Vorstandsvorsitzenden immens.

Die Chance, seinen Kopf mithilfe einer umfänglichen Entschuldigung an Vogt samt Rückzug von der Bewerbung für das Präsidentenamt aus der Schlinge zu ziehen, hat er vertan.

Einzig für den Ton in seinem Brandbrief bat Hitzlsperger um Verzeihung.

Aufklärung der Datenaffäre könnte für VfB-Präsident Claus Vogt gegen Thomas Hitzlsperger zur Chance werden

So nah wie auf dem Bild stehen sie sich schon lange nicht mehr: VfB-Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger (38) und Claus Vogt (51).
So nah wie auf dem Bild stehen sie sich schon lange nicht mehr: VfB-Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger (38) und Claus Vogt (51).  © Tom Weller/dpa

Doch wie steht es nun um Vogt?

Während eine Nicht-Berücksichtigung von Hitzlsperger aufgrund seiner angestrebten Machtfülle leicht zu rechtfertigen wäre, sieht es beim Präsidenten anders aus.

Immerhin ist Vogt von den Anhängern gewählt und somit demokratisch legitimiert. Vorwürfe gegen ihn, die Hitzlsperger in seinem offenen Brief formulierte, wurden bis heute nicht ausreichend mit Argumenten unterfüttert.

Dennoch hadert der Vereinsbeirat damit, Vogt zur Wahl aufzustellen. Aus Loyalität zu Hitzlsperger?

Das Gremium gilt jedenfalls als gespalten. Die Mehrheit soll es mit dem Vorstandsvorsitzenden halten, nur einzelne Mitglieder stehen Vogt nah.

Dass der Vereinsbeirat auf Zeit spielt, könnte jedoch für den aktuellen Präsidenten eine Chance sein.

Schließlich könnte Vogt bis zur Wahl als derjenige dastehen, der die erfolgreiche Aufklärung des Daten-Skandals maßgeblich vorantrieb.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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