VfB-Boss Hitzlsperger: Was ist bloß in ihn gefahren?

Stuttgart - Wie gewohnt sympathisch trat Thomas Hitzlsperger (38) nach Wochen des Schweigens vor die Medien.

In Stuttgart sind einige dieser "Spalter"-Plakate zu finden.
In Stuttgart sind einige dieser "Spalter"-Plakate zu finden.  © TAG24

Bemüht darin, sich demütig zu zeigen. Auch dies kennt man bereits vom Vorstandsvorsitzenden des VfB Stuttgart, der sich am Sonntag zu den Vertuschungs-Vorwürfen in der Datenaffäre äußerte.

Zur Bewerbung ums Präsidentenamt wollte er dagegen nichts sagen. Doch gerade diese ist dafür verantwortlich, dass man ihm seine freundliche Art mit ausgeprägtem Sinn für Selbstreflexion nicht mehr uneingeschränkt abnimmt.

Denn neben der Präsidenten-Bewerbung und seinem dadurch offenbarten Machtstreben macht der Ton die Musik. Und Hitzlsperger vergriff sich in diesem, als er in einem offenen Brief Präsident Claus Vogt (51) heftig attackierte. Ein Vorfall, der das Image des Vorstandsvorsitzenden massiv beschädigte.

Doch was war in ihn gefahren? "Es war nicht meine Sternstunde!", gab der 38-Jährige zu und rechtfertigte sich: "Ich erkläre es mir so, dass ich in den Monaten davor unter extremer Anspannung war, sodass ich mich dazu verleiten ließ."

VfB-Boss Thomas Hitzlsperger sieht sich nicht als "Spalter"

Sein Image ist stark beschädigt worden: Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger (38).
Sein Image ist stark beschädigt worden: Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger (38).  © Imago Images / Pressefoto Baumann

Es folgte heftige Kritik. Von teils überregionaler Presse, aber auch von Fans und Mitgliedern, bei denen Präsident Vogt beliebt ist.

Reaktionen, die Hitzlsperger zu denken geben. Überrascht haben ihn dabei vor allem die "Intensität und die Dauer der Anfeindungen", verriet er, weshalb er versuchte, sich dem Ganzen "ein Stück weit zu entziehen".

Dass in der Stadt "Spalter"-Plakate mit seinem Konterfei aufgehängt und entsprechende Bilder in den Sozialen Netzwerken geteilt wurden, bekam er dennoch mit.

Eine "Form der Kritik", die er nicht für möglich gehalten hatte. "Ich bin das Gegenteil von einem Spalter. Mir liegt daran, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Zusammen Dinge zu entwickeln, erfolgreich zu gestalten. Das habe ich hier von Beginn an auch getan", verteidigte er sich.

Die Kritik nagt am einstigen Fanliebling, der sich trotz allem der Situation beim VfB gewachsen fühlt. "Vielleicht hilft mir meine Erfahrung seit 20 Jahren in der Öffentlichkeit zu stehen, dabei, gewisse Dinge länger auszuhalten als andere", so Hitzlsperger.

Eine Erfahrung, die ihn bereits vor einem Fehler hätte bewahren können: die Attacke gegen Präsident Vogt.

Titelfoto: Imago Images / Pressefoto Baumann

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