Bekommen die VfB-Bosse den Kader noch bundesligatauglich?

Stuttgart - "Stuttgart ist kein gewöhnlicher Aufsteiger!" Diesen Satz hörte man nach der letzten VfB-Rückkehr in die Fußball-Bundesliga (2017) häufiger.

Vorstands-Boss beim VfB Stuttgart: Thomas Hitzlsperger (38).
Vorstands-Boss beim VfB Stuttgart: Thomas Hitzlsperger (38).  © Robert Michael/dpa-Pool/dpa

Auch der damalige Trainer des FC Schalke 04, Domenico Tedesco, heftete dem VfB dieses Image an, als er im Vorfeld des dritten Spieltags der Saison 17/18 die Stuttgarter analysierte. 

Und der VfB wurde dieser Erwartung zunächst gerecht. Am Ende der Spielzeit stand ein herausragender siebter Platz und unvergessen, ein 4:1-Kantersieg am letzten Spieltag beim FC Bayern München

Ein Ausrutscher ins Positive, wie sich später herausstellte. 

Denn in der Folgesaison stiegen die Stuttgarter ab. Zwar glückte nun die direkte Rückkehr ins Oberhaus, doch die Euphorie blieb aus, was nicht nur am Coronavirus und den leeren Stadien lag.

Zu häufig trat der VfB schwach auf, sodass die Zweifel immer größer wurden, ob der Kader gut genug für höhere Aufgaben ist. 

Denn eins steht fest: Viel Spielraum für Neuverpflichtungen bleibt den Schwaben nicht. Zu sehr schmerzen die finanziellen Folgen der Coronakrise.

Teure Spieler wird der VfB Stuttgart nicht unter Vertrag nehmen

Hannovers Waldemar Anton, den der VfB gerne verpflichten würde, (l) spielt hier gegen Bochums Anthony Losilla.
Hannovers Waldemar Anton, den der VfB gerne verpflichten würde, (l) spielt hier gegen Bochums Anthony Losilla.  © Swen Pförtner/dpa

Aber auch von der Pandemie abgesehen haben sich die Verhältnisse geändert. 

So kostet eben jeder Abstieg von Natur aus eine Menge Geld und die Daimler-Millionen (41,5 ), die durch die Ausgliederung nach dem letzten Aufstieg für zusätzliche Euphorie sorgten, sind längst ausgegeben.  

Teure Verträge, wie damals mit Mario Gomez, Anastasios Donis oder Holger Badstuber, kann der VfB dieses Mal also nicht abschließen. 

Im Gegenteil: Sparen ist angesagt! 

Mur magere fünf Millionen Euro sollen den Stuttgartern nach Angaben des Sportdirektors Sven Mislintat (47) für Neuzugänge zur Verfügung stehen. 

Zumindest, wenn kein frisches Geld durch Abgänge in die Kasse gespült wird.  

Reicht das im heutigen Fußball-Zeitalter, um einen bundesligatauglichen Kader zusammenzustellen?

Der Klassenerhalt wird eine Herausforderung für den VfB Stuttgart

Sportdirektor Sven Mislintat (47) soll nur fünf Millionen Euro für Neuzugänge
Sportdirektor Sven Mislintat (47) soll nur fünf Millionen Euro für Neuzugänge  © Marijan Murat/dpa

Diese Frage muss erlaubt sein, denn trotz Corona-Krise werden sich die Clubs nicht mit niedrigen Angeboten zufriedengeben, wie das Stuttgarter Bemühen um Hannover-96-Verteidiger Waldemar Anton (23) vermuten lässt.

So deutete 96-Chef Martin Kind (76) bereits an, aufs Geld nicht angewiesen zu sein. Der VfB will drei Millionen zahlen, die Niedersachsen verlangen sechs. 

Die Verhandlungen könnten zu einer Hängepartie werden, die exemplarisch für diese bis Oktober andauernde Transferperiode stehen könnte.

Trotz dieser Umstände müssen Stuttgarts Vorstands-Boss Thomas Hitzlsperger (38) und Sportdirektor Mislintat allerdings einen bundesligatauglichen Kader zusammenstellen. Eine Herausforderung. Denn selbst wenn der VfB 2017 wirklich kein normaler Aufsteiger gewesen sein sollte, dieses Mal ist er es ohne Zweifel.

Dies weiß auch Hitzlsperger, der unlängst gegenüber dem "Kicker" verlauten ließ: "Niemand darf erwarten, dass wir die Liga rocken. Wir dürfen uns nicht viele Fehler erlauben, wenn wir bestehen wollen."

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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