VfB-Coach Matarazzo über Gonzalez: "Ich glaube, man unterschätzt seine Intelligenz"

Stuttgart - Es war eine Szene, die bezeichnend für den Charakter von Nicolas Gonzalez (22) war. Kaum wurde der Angreifer des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Köln eingewechselt (56. Minute), forderte er mit Vehemenz den Ball. 

Nicolas Gonzalez (22) muss von seinem Trainer Pellegrino Matarazzo (42) bei einer Auswechslung schon mal getröstet werden.
Nicolas Gonzalez (22) muss von seinem Trainer Pellegrino Matarazzo (42) bei einer Auswechslung schon mal getröstet werden.  © Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

Dabei gestikulierte der Argentinier wild. Als er ihn dennoch nicht bekam, motzte er kurz lauthals, ehe er sich auf seiner linken Seite umgehend für den nächsten Pass anbot. 

Gonzalez ist eben einer dieser Spieler, die den Fußball abgöttisch lieben. Für sein beherztes Spiel, die Dribblings und die Tore lieben ihn die Fans.

Und selbstverständlich auch sein Trainer: "Nico ist ein emotionaler Junge", so Pellegrino Matarazzo (42), der seinen Schützling aber häufig eindimensional dargestellt sieht: "Ich glaube, man unterschätzt seine Intelligenz." 

Der Coach erklärte, dass er vor dem Köln-Spiel mit dem Argentinier, der wegen eines Bündelrisses an der Hüftmuskulatur lange ausfiel, gesprochen und ihm klargemacht habe, warum er nicht von Beginn spielen könne. 

Wie Gonzalez reagierte? 

Laut Matarazzo mit vollstem Verständnis: "Er ist reflektierter, als man denkt", verteidigte der Trainer erneut seinen Schützling. 

VfB Stuttgart konnte den Gonzalez-Ausfall gut verkraften

Immer für einen Spaß zu haben: Nicolas Gonzalez (22) wird von Atakan Karazor (24) getragen.
Immer für einen Spaß zu haben: Nicolas Gonzalez (22) wird von Atakan Karazor (24) getragen.  © Daniel Karmann/dpa

Dass die Entscheidung Matarazzos, Gonzalez gegen Köln zunächst nur auf die Bank zu setzen, richtig war, zeigte sich nach dessen Einwechslung. 

"Nach ein, zwei Sprints war er nicht mehr in der Lage, seine Position einzunehmen", erinnerte sich Matarazzo. 

Inzwischen soll Gonzalez aber wieder einen Schritt weiter sein, sodass er gegen Schalke 04 am Freitag (20.30 Uhr, DAZN) vielleicht ein paar Minuten mehr Spielzeit bekommen könnte. 

Unter Druck steht Matarazzo bezüglich dieser Entscheidung aber nicht. Denn die Annahme von vielen vor der Saison, der VfB könnte ein Sturmproblem haben, bewahrheitete sich nicht. 

Nach fünf Partien haben die Schwaben mit zehn Toren immerhin die viertbeste Torausbeute der Liga. Drei davon erzielte Stürmer Sasa Kalajdzic (23). 

So fiel beim Saisonstart kaum auf, dass mit Gonzalez der beste VfB-Torjäger der vergangenen Zweitligasaison fehlte. 

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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