Es gibt Probleme: Verrennt sich der VfB Stuttgart im Aufstiegskampf?

Stuttgart - Wer dachte, der VfB Stuttgart hätte im Aufstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga mittlerweile den richtigen Kurs eingeschlagen, sieht sich getäuscht.

Will nicht über Einstellungen reden: Sportdirektor Sven Mislintat (47).
Will nicht über Einstellungen reden: Sportdirektor Sven Mislintat (47).  © Guido Kirchner/dpa

Nach den Siegen gegen Hamburg (3:2) und in Dresden (2:0) war das 0:0 gegen Osnabrück am Sonntag ein herber Rückschlag für die Schwaben. Und ein Rückfall in alte Muster. 

Wieder mal stolperte der große Favorit über einen kleinen Herausforderer. Wieder mal liefen die meisten seiner zaghaften Angriffe ins Leere. 

Wieder mal steht der Verein mächtig unter Druck. Und das vor dem brisanten Derby beim Erzrivalen Karlsruher SC am nächsten Sonntag (13.30 Uhr).

69 Prozent Ballbesitz verzeichnete der VfB gegen Osnabrück, die ernstzunehmenden Torabschlüsse konnte man aber an einer Hand abzählen. 

"Der letzte Punch hat gefehlt", sagte Torhüter Gregor Kobel. 

Wie schon im Hinspiel gegen die Niedersachsen (0:1) im November. Oder bei den Pleiten in Wiesbaden (1:2) und Kiel (2:3) direkt nach der Corona-Pause. 

In der Summe holten die Stuttgarter aus den sechs Partien gegen die drei Underdogs gerade mal einen Zähler. Dazu kommen die Fehltritte in Sandhausen (1:2) oder Fürth (0:2).

Teurer Kader kriegt das Potenzial nicht auf den Platz

Der VfB-Kader bringt auch unter Pellegrino Matarazzo (42) sein Potenzial nicht konstant auf den Platz.
Der VfB-Kader bringt auch unter Pellegrino Matarazzo (42) sein Potenzial nicht konstant auf den Platz.  © Tom Weller/dpa

Der VfB hat große Probleme mit den Kleinen. Und womöglich auch mit seiner Einstellung? Sportdirektor Sven Mislintat winkt ab.

"Wir brauchen nicht immer über Einstellung reden", sagt er: "Es geht um technisch-taktische Aufgaben. Darum, sie besser umzusetzen, deutlich mehr Torchancen herauszuspielen und das Spiel zu gewinnen." 

Tiefstehende Gegner seien eben schwer zu bespielen.

Das spürte der VfB schon unter Ex-Trainer Tim Walter. Und das spürt er auch unter dessen Nachfolger Pellegrino Matarazzo. 

Weder unter dem einen, noch unter dem anderen brachte der durchaus stattliche Kader, dessen Markwert auf knapp 60 Millionen Euro geschätzt wird, sein großes Potenzial bislang konstant auf den Platz.

Zu oft berauschen sich die Spieler an ihrem eigenen Passspiel, verlieren dabei aber ihr eigentliches Ziel aus den Augen. Zu oft vermitteln sie den Eindruck, als bekämen sie ihre wöchentlichen Pflichtaufgaben schon irgendwie geregelt. Doch dafür ist vier Spieltage vor Schluss kaum noch Zeit.

"Dreier ziehen, nach Hause fahren", formuliert Mislintat die Zielsetzung fürs Derby kommenden Sonntag beim akut abstiegsbedrohten KSC. Beim nächsten Kleinen. "Es ist ein anderes Derby ohne Zuschauer. Ein leichter Vorteil für uns, weil es natürlich schon schwieriger ist, in einer extrem aufgeheizten Atmosphäre zu spielen", meint er.

Nur: In Wiesbaden oder Kiel wusste der VfB das zuletzt nicht zu nutzen.

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

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