Kickt der VfB schon bald vor einer Geister-Kulisse? "Fußball muss sich gesund schrumpfen!"

Stuttgart - Schon bald soll der Ball im deutschen Profifußball wieder rollen. Wie genau die Saison der 1. und 2. Bundesliga beendet wird, könnte schon an diesem Donnerstag bei der Mitgliederversammlung der DFL vorgestellt werden. 

Gibt beim VfB die Richtung vor: Präsident Claus Vogt.
Gibt beim VfB die Richtung vor: Präsident Claus Vogt.  © Tom Weller/dpa

Klar ist aber: Sollte der Spielbetrieb schon im Mai wieder beginnen, dann ohne Publikum, was teilweise für harsche Kritik sorgte.

"Quarantäne für den Fußball - nein zu Geisterspielen", hissten beispielsweise die Stuttgarter Ultras von Commando Cannstatt zuletzt ein Banner an der Brücke zur Hans-Martin-Schleyer-Halle. Die meisten Ultragruppierungen sind sich einig und sprachen sich aus verschiedenen Gründen gegen eine baldige Fortsetzung der Saison aus.  

VfB-Präsident Claus Vogt hat dafür Verständnis, wie er nun im Podcast der "Stuttgarter Nachrichten" erklärte: "Auch ich bin ein Stadiongänger und liebe die Stimmung. Spiele ohne Zuschauer sind keine Festtage, sondern traurigere Spiele."

Aber Geisterspiele seien in Vogts Augen eben wichtig, um finanziell überleben zu können, stellte der Stuttgarter Präsident klar: "Die Lage ist definitiv ernst, da gibt es nichts zu beschönigen."

Dem würde Sportökonom Professor André Bühler wohl nicht widersprechen. Allerdings kritisierte Bühler, der im Vereinsbeirat des VfB Stuttgart sitzt, dass sich der Fußball überhaupt in diese schwierige Situation gebracht hat. 

Ultras: Fußball ist längst krank genug

Bald könnte der VfB in seiner Mercedes-Benz Arena vor leeren Rängen spielen.
Bald könnte der VfB in seiner Mercedes-Benz Arena vor leeren Rängen spielen.  © dpa/Marijan Murat

Beim Kurznachrichtendienst "Twitter" schrieb er: "Was uns die letzten Wochen gezeigt haben: Das System Profifußball ist in weiten Teilen ein krankes System."

Es gehe nur noch darum, "immer mehr Umsatz" zu generieren,  "um immer höhere Summen für einige wenige (wie z. B. Spieler, Berater, Topfunktionäre) ausgeben zu können", so der Sportökonom. 

Deshalb forderte Bühler, dass der Fußball sich "wirtschaftlich wieder gesund schrumpfen" muss. 

Allerdings erst nach der Corona-Pandemie, denn zunächst müsse der Sport seine Existenz sichern: "Das muss man ihnen und ihren Vertretern genauso zugestehen, wie man es Unternehmen anderer Wirtschaftsbranchen zugesteht. Es geht um die Sicherung von Arbeitsplätzen", erklärte Bühler. 

Dementsprechend befürwortete der Sportökonom - im Gegensatz zu den Ultras - auch Geisterspiele, die er als "notwendiges Übel" sieht. 

Für die Ultras wäre dagegen "eine baldige Fortsetzung der Saison" schlicht ein "blanker Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft", wie es in einem zuletzt veröffentlichten Statement heißt. 

Ihrer Meinung nach ist der Fußball "längst krank genug und gehört weiterhin in Quarantäne".

Titelfoto: dpa/Marijan Murat

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