Der VfB muss vor dem Spitzenspiel gegen den HSV nicht nur an der Mentalität feilen

Stuttgart - Hat der VfB Stuttgart in der Corona-Pause der 2. Fußball-Bundesliga etwa verlernt, wie man Punkte einfährt?

Pellegrino Matarazzo, Cheftrainer des VfB Stuttgart.
Pellegrino Matarazzo, Cheftrainer des VfB Stuttgart.  © Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

Zwei Spieltage sind nach dem Re-Start absolviert und die Gesichter bei den Schwaben nach den Niederlagen gegen den SV Wehen Wiesbaden (1:2) und Holstein Kiel (2:3) entsprechend lang.

Waren die Hauptprobleme gegen Wiesbaden ein phasenweise blutleerer Auftritt sowie mangelnde Kreativität, machten ein völlig unnötiger Platzverweis für Daniel Didavi und dicke, individuelle Schnitzer gegen Kiel dem VfB mehrere Striche durch jegliche Rechnungen.

Stuttgart-Cheftrainer Pellegrino Matarazzo stellte sich zwar nach dem Abpfiff im Holstein-Stadion vor seine Spieler und gewann der Partie sogar etwas Positives ab. "Wenn wir so viel investieren wie heute, dann gewinnen wir mehr Spiele", sagte der 42-Jährige.

Doch die bislang vor allem defensiv fehlende Grundstabilität gepaart mit der teils mangelhaften offensiven Durchschlagskraft wird sich nicht allein durch die richtige Einstellung verbessern.

Streckenweise fehlt es beim VfB schlichtweg an der Abstimmung im Umschaltverhalten, sowie der nötigen Absicherung beim Ballverlust. Holstein Kiel konnte immer wieder aus einer eigenen stabilen Verteidigung heraus in Kontersituationen die hohe Verteidigungslinien der Matarazzo-Truppe überspielen, was zu brandgefährlichen Situationen vor dem Kasten von Gregor Kobel führte.

VfB hätte bei einem Sieg gegen den Hamburger SV alles wieder selbst in der Hand

VfB-Coach Pellegrino Matarazzo tröstet Nicolas Gonzalez nach dessen Auswechslung gegen Holstein Kiel (links), Silas Wamangituka diskutiert mit Sportdirektor Sven Mislintat. (Fotomontage)
VfB-Coach Pellegrino Matarazzo tröstet Nicolas Gonzalez nach dessen Auswechslung gegen Holstein Kiel (links), Silas Wamangituka diskutiert mit Sportdirektor Sven Mislintat. (Fotomontage)  © Montage: Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

Ob sich derartige Probleme bis zum Spitzenspiel gegen den Hamburger SV am kommenden Donnerstag (20.30 Uhr/Sky) - also innerhalb von nur drei vollen Trainingstagen - lösen lassen, muss angezweifelt werden.

Blickt man auf die Tabellensituation, so stellt sich diese für den VfB trotz der jüngsten zwei Niederlagen immer noch erfreulich positiv dar. 

Da der Hamburger SV gegen Greuther Fürth und Spitzenreiter Arminia Bielefeld nur zwei Unentschieden einfahren konnte, liegen die Hanseaten auf Platz 2 lediglich einen Zähler vor Stuttgart. Allerdings ist der 1. FC Heidenheim dem VfB von hinten auf die Pelle gerückt und lauert mit einem Punkt Rückstand auf weitere Fehler.

Womöglich spielt es dem VfB in die Karten, nicht allzu lange an der Kiel-Niederlage knabbern zu können, da das Spiel gegen den HSV quasi unmittelbar ansteht. Pellegrino Matarazzo machte keinen Hehl daraus, wie bedeutsam die Partie ist: "Da geht es um alles!"

Sollte Stuttgart das Spitzenspiel in der heimischen Mercedes-Benz-Arena für sich entscheiden, hätten die Brustringträger im Aufstiegsrennen wieder alles selbst in der Hand und könnten zumindest für etwas Beruhigung bei den Fans und innerhalb der eigenen Mannschaft sorgen.

Titelfoto: Montage: Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

Mehr zum Thema VfB Stuttgart:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0