VfB-Irrsinn: Wird Präsident Claus Vogt überhaupt wieder zur Wahl aufgestellt?

Stuttgart - In dem immer weiter aus dem Ruder laufenden Machtkampf beim VfB Stuttgart und dem daraus resultierenden Chaos gibt es eine Frage, die Fans und Mitglieder konstant und mit jeder weiteren Entwicklung aufs Neue beschäftigt: Wird der amtierende Präsident Claus Vogt (51) überhaupt bei der nächsten Mitgliederversammlung zur Wahl stehen?

Erwin Staudt (72) war von 2003 bis 2011 der Präsident des VfB Stuttgart, ist heute Ehrenpräsident.
Erwin Staudt (72) war von 2003 bis 2011 der Präsident des VfB Stuttgart, ist heute Ehrenpräsident.  © Marijan Murat/dpa

Geht es nach Erwin Staudt (72), dem Ehrenpräsidenten des Vereins, sollte Vogt auf jeden Fall zumindest wieder antreten dürfen. "Nach meinem Demokratie-Verständnis muss der Amtsinhaber, der von den Mitgliedern gewählt wurde, wieder zugelassen werden – sofern er das möchte", sagte Staudt in einem Interview mit der Bild-Zeitung.

Vogt setzte sich im Dezember 2019 mit 64,83 Prozent der Stimmen gegen Christian Riethmüller durch und galt seitdem in weiten Teilen der Fan- und Mitgliederkreise als beliebt. Auch im Zuge der seit einem Monat immer heftiger tobenden Führungskrise innerhalb des VfB Stuttgart machte der 51-Jährige bislang keinerlei Anzeichen, nicht wieder kandidieren zu wollen.

Im Gegenteil: So vehement wie Vogt sich für die Aufklärung der Datenaffäre und die Interessensvertretung des e. V. einsetzt, kann ein Rückzug seiner Bewerbung für das Präsidentenamt ins Reich der Fabeln verwiesen werden.

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Bei den Fans und Mitgliedern mehren sich jedoch die Zweifel, ob sie Vogt überhaupt bei der nächsten Mitgliederversammlung (Datum ungewiss) werden wählen können. Die Entscheidung darüber, wer antreten darf, trifft nämlich der Vereinsbeirat.

Riss durch den VfB Stuttgart zieht sich auch durch den Vereinsbeirat

Der amtierende VfB-Präsident Claus Vogt (51) ist einer der Hauptprotagonisten in einem immer mehr aus dem Ruder laufenden Machtkampf.
Der amtierende VfB-Präsident Claus Vogt (51) ist einer der Hauptprotagonisten in einem immer mehr aus dem Ruder laufenden Machtkampf.  © Tom Weller/dpa

Das Gremium kündigte am 18. Januar an, keine Kandidaten aufstellen zu wollen, solange die Untersuchungsergebnisse bezüglich der Datenaffäre nicht vorliegen würden. Darüber hinaus beauftragte der Vereinsbeirat einen Personaldienstleister, um nach weiteren geeigneten Personen für das Präsidentenamt Ausschau zu halten.

Außerdem wurde spätestens in Vogts ausführlichem Statement, die für den 18. März geplante Mitgliederversammlung eigenmächtig nach hinten schieben zu wollen, offenbart, dass der amtierende Präsident mit dem Vorsitzenden des Vereinsbeirats Wolf-Dietrich Erhard im Clinch liegt - was einer Wiederaufstellung Vogts nicht gerade zuträglich sein dürfte.

Der Riss durch den VfB Stuttgart, welcher durch die Datenaffäre losgetreten und vom Machtkampf katalysiert wurde, zieht sich übereinstimmenden Informationen unserer Redaktion zufolge auch durch den Vereinsbeirat.

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So sollen Wolf-Dietrich Erhard, Claudia Maintok und Christof Seeger klar gegen Vogt sein, André Bühler, Marc Nicolai Schlecht und Rainer Weninger hingegen für den Präsidenten. James Bührer und Hubert Mörk gelten als "dark horses", haben sich offenbar noch nicht klar positioniert.

Brisant: Kommt es bei der Vereinsbeirat-Entscheidung über die Kandidaten zu einem Patt, würde die Stimme des Vorsitzenden Erhard doppelt zählen, was möglicherweise das Aus für Claus Vogt bedeuten würde. Ob eine solche Entscheidung vertretbar wäre, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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