Luft für VfB-Führungskräfte wird dünner: Warum wurden noch keine Konsequenzen gezogen?

Stuttgart - Die Führungskrise beim VfB Stuttgart spitzt sich weiter zu.

Die Vorstände Jochen Röttgermann (54, Marketing) und Stefan Heim (Finanzen) sind beim VfB aufgrund des Datenskandals umstritten.
Die Vorstände Jochen Röttgermann (54, Marketing) und Stefan Heim (Finanzen) sind beim VfB aufgrund des Datenskandals umstritten.  © Daniel Naupold/dpa/Deniz Calagan/dpa

Im Mittelpunkt dabei steht immer noch der Datenskandal: Zehntausende Mitgliederdaten sollen die Schwaben ab 2016 illegal an Dritte weitergegeben haben.

Einzig und allein dem Zweck, die Mitglieder mit sogenanntem "Guerilla-Marketing" zur Zustimmung der damaligen Ausgliederung zu drängen.

Ein Vorgang, der "vereinsrechtlich rechtswidrig" sei, da er auf "die arglistige Täuschung der Mitglieder" abgezielt habe.

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Zu diesem Fazit kam die Kölner Kanzlei Seitz, die den Esecon-Abschlussbericht zur Datenaffäre beim VfB bewertete. Dem Spiegel liegt das Dokument vor.

Darin hieß es weiter, dass die Ausgliederungsabstimmung bei der Mitgliederversammlung 2017 aufgrund der rechtswidrigen Datenweitergabe "anfechtbar" sei.

Eine Erkenntnis wie ein Schlag ins Gesicht jedes Mitglieds. Denn zurücknehmen lässt sich die Ausgliederung, die bis heute einige kritisch sehen, wohl kaum.

Wie geht es mit VfB-Boss Thomas Hitzlsperger weiter?

Es wird immer düsterer rund um den VfB Stuttgart.
Es wird immer düsterer rund um den VfB Stuttgart.  © Marijan Murat/dpa

Hinzu kommt, dass der VfB laut Spiegel wohl gezielt Daten von Minderjährigen weitergegeben hatte, die noch vor der umstrittenen Mitgliederversammlung 2017 18 Jahre alt wurden und somit stimmberechtigt waren.

Methoden, die viele Mitglieder schockieren dürften.

Und längst stellt sich die Frage, warum die Schwaben noch keine personellen Konsequenzen gezogen haben?

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Die Rechtsanwälte von Seitz stellten dem VfB diesbezüglich jedenfalls Handlungsoptionen dar.

Das in den Datenskandal involvierte Präsidiumsmitglied Rainer Mutschler könne demnach abberufen werden.

Gleiches gilt für die Vorstände Jochen Röttgermann (Marketing) und Stefan Heim (Finanzen), die das Stuttgarter "Guerilla-Marketing" mitzuverantworten haben. Bei ihnen könnte laut Spiegel eine Kündigung im Raum stehen.

Bislang klammern sich die Führungskräfte aber noch an ihre Ämter. Und der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger (38) hält seine schützende Hand über sie. Ganz im Sinne der Unschuldsvermutung.

Das ist zwar löblich, doch der VfB-Boss muss aufpassen, dass er mit den sogenannten alten Seilschaften nicht untergeht.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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