VfB-Machtkampf überschattet den sportlichen Erfolg

Stuttgart - Unruhige Zeiten beim VfB Stuttgart. Sportlich stehen die Schwaben zwar ausgezeichnet da, doch hinter den Kulissen brodelt es.

Claus Vogt (51) will als Präsident die VfB-Familie zusammenhalten.
Claus Vogt (51) will als Präsident die VfB-Familie zusammenhalten.  © Tom Weller/dpa

Im Mittelpunkt dabei stehen Präsident Claus Vogt (51) und AG-Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger (38). Denn, wie der Kicker berichtet, soll ihr Verhältnis im Zuge der Vertragsverlängerung von Sportdirektor Sven Mislintat (48) gelitten haben.

Vogt wird demnach vorgeworfen, dass er als Mitglied des Aufsichtsrats die Unterzeichnung des neuen Mislintat-Kontrakts herausgezögert haben soll.

Nur ein Beispiel dafür, dass Vogt als Blockierer im Klub gesehen wird, meint die Stuttgarter Zeitung. Die berichtet außerdem, dass sich der Präsident, der sich im März einer erneuten Wahl stellen muss, bei seinen Aufsichtsrats-Kollegen Winfried Porth (61, Daimler) und Hartmut Jenner (55, Kärcher) keiner großen Beliebtheit erfreut.

Dies dürfte allerdings kaum verwundern, schließlich galten beide als Befürworter des ehemaligen VfB-Präsidenten Wolfgang Dietrich (72), der das krasse Gegenteil seines Nachfolgers Vogt verkörperte.

VfB-Präsident Claus Vogt machte Aufklärung um die Datenaffäre zur Chefsache

Sportdirektor beim VfB Stuttgart: Sven Mislintat (48).
Sportdirektor beim VfB Stuttgart: Sven Mislintat (48).  © Tom Weller/dpa

Wurde Dietrich bei den meisten Anhängern als Spalter gesehen, war Vogt von Beginn an die Stimme der Fans, der die VfB-Familie wieder zusammenführen wollte.

Dementsprechend bot es sich an, als der Kicker zuletzt den Skandal um die mutmaßlich illegal weitergegebenen Mitgliederdaten aufdeckte, dass Vogt die Aufklärung zur Chefsache machte. Er beauftragte das Berliner Unternehmen Esecon für eine externe Untersuchung. Dabei scheint dem Präsidenten und ehemaligen Fanaktivisten Vogt die lückenlose Aufklärung besonders wichtig.

Im Gegensatz zu Hitzlsperger? Zumindest eine Personalentscheidung des Vorstandsvorsitzenden im Zusammenhang mit dessen Umstrukturierung machte stutzig.

Oliver Schraft (53), der mutmaßlich einer der Verantwortlichen in der Mitgliederdatenaffäre war, wurde der Posten als Kommunikationschef entzogen - angeblich unabhängig vom Datenskandal.

VfB-Vorstandsboss Hitzlsperger äußert sich zur Datenaffäre

Zuletzt haben sie sich offenbar nicht ganz so gut verstanden: VfB-Präsident Claus Vogt und Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger (38).
Zuletzt haben sie sich offenbar nicht ganz so gut verstanden: VfB-Präsident Claus Vogt und Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger (38).  © Tom Weller/dpa

Soweit so gut, doch Hitzlsperger betonte im Zuge dieser Entscheidung: "Ich habe ihm gesagt, dass ich unbedingt möchte, dass er bei uns bleibt. Ich bin überzeugt, dass er uns in einem anderen Bereich auch künftig weiterbringen kann."

Einige VfB-Mitglieder, die von der Affäre schließlich direkt betroffen waren, sahen dieses eventuell voreilige Statement des Vorstandschefs skeptisch.

Der wehrte sich aber beim Kurznachrichtendienst Twitter entschieden gegen den Vorwurf, dass ihm die Aufklärung der Datenaffäre nicht so wichtig sei: "Wir blockieren nicht! Die AG hat die 2. Beauftragung schon längst gestartet. Die Mär von der Behinderung der Untersuchung nervt."

Vogt hielt sich dagegen bisher zurück zu den Querelen rund um seine Person. Ihm ist sicher bewusst, dass seine Arbeit, bei der der VfB-Fan und das Mitglied besonders im Fokus stehen, nicht bei jedem für Begeisterung sorgt.

Vor allem, wenn es um die bedingungslose Aufarbeitung des Datenskandals geht, wodurch noch weiter Unbequemes ans Tageslicht kommen könnte. Hoffnung gibt es aber, dass sich die Beziehung zwischen dem ehemaligen Fanaktivisten Vogt und dem sportlich ehrgeizigen Hitzlsperger reparieren lässt - sofern diese überhaupt beschädigt ist.

So richtete Hitzlsperger via Twitter das Wort an die Fans: "In letzter Zeit war leider nicht alles gut, die Presse hat das aufgegriffen und nun tun wir alles dafür, dass Ruhe einkehrt und ihr Euch wieder der Mannschaft widmen könnt. Die haben das verdient!"

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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