VfB-Mitglieder fordern Vereinsausschluss von Präsidiumsmitglied Mutschler

Stuttgart - Im völlig aus der Kontrolle geratenen Wirrwarr rund um die Vereinspolitik des VfB Stuttgart ertönt der nächste Glockenschlag: Nach den durch den Spiegel veröffentlichten Ermittlungsergebnissen rund um die Datenaffäre fordern Mitglieder jetzt den Ausschluss des Präsidiumsmitglieds Rainer Mutschler!

Rainer Mutschler (Foto) ist neben Claus Vogt und Bernd Gaiser das dritte Präsidiumsmitglied des VfB Stuttgart.
Rainer Mutschler (Foto) ist neben Claus Vogt und Bernd Gaiser das dritte Präsidiumsmitglied des VfB Stuttgart.  © imago/Pressefoto Baumann

Am Freitag veröffentlichte Susanne Schosser, die sich 2019 genau wie der heute amtierende Präsident Claus Vogt (51) für das Präsidentschaftsamt beim VfB bewarb, gemeinsam mit der Rechtsanwältin Angela Furmaniak eine Pressemitteilung, in der sie stellvertretend für 13 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner den Ausschluss von Mutschler fordern.

"Aus unserer Sicht ist es unverantwortlich, dass ein Präsidiumsmitglied, das Tausende von Mitgliedern getäuscht hat, weiterhin Entscheidungen im Präsidium trifft, und damit erneut weitreichenden Einfluss auf Vorgänge nimmt, die die Interessen der von ihm getäuschten Mitglieder betreffen", heißt es seitens der Initiative in dem Schreiben.

Man erkenne in dem Verhalten Mutschlers, dass dieser "seine eigenen Interessen vor die der Mitglieder und des Vereins" stellen würde.

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Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern der Forderung gehören unter anderem Vogts damaliger Mitkonkurrent um das Präsidentenamt, Christian Riethmüller, sowie der Blogger und Podcaster Ron Merz, welcher einen medial vielbeachteten Satzungsänderungsantrag beim VfB einreichte.

Rainer Mutschler soll Aufklärung der Datenaffäre beim VfB Stuttgart wiederholt verzögert haben

"Wir haben mit dieser Aufforderung für Vereinsausschluss ganz bewusst ein paar Tage gewartet, um Herrn Mutschler, aber auch Präsidium und Vereinsbeirat die Möglichkeit zu geben, selber die notwendigen Konsequenzen zu ziehen", so der Mitglieder-Zusammenschluss.

Der Spiegel berichtete am Donnerstag von einem dem Blatt vorliegendes vertraulichen Dokument der Kölner Rechtsanwaltskanzlei Seitz, die eine juristische Einordnung der Ermittlungsergebnisse bezüglich der Datenaffäre vornahm.

Dort hieß es, Mutschler hätte unter anderem in den letzten Wochen "die Aufklärungsarbeit wiederholt verzögert", weshalb eine Abberufung von seinem Posten sowie ein Vereinsausschluss Handlungsoptionen für den VfB Stuttgart wären.

Titelfoto: imago/Pressefoto Baumann

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