VfB-Mitgliederversammlung am 28. März? Vogt kritisiert Gaiser und Mutschler

Stuttgart - Im Dauerstreit beim VfB Stuttgart hat Präsident Claus Vogt seine beiden Präsidiumsmitglieder Bernd Gaiser und Rainer Mutschler kritisiert.

VfB-Präsident Claus Vogt.
VfB-Präsident Claus Vogt.  © Tom Weller/dpa

Gegen den Willen Vogts sollen Gaiser und Mutschler in einer Präsidiumssitzung nach Medieninformationen zuvor den 28. März als Termin für die nächste Mitgliederversammlung festgelegt haben. Eine Bestätigung des VfB stand zunächst aus.

Die Vorgehensweise Mutschlers und Gaisers sei "gegen den mehrheitlichen Willen unserer Mitglieder, Fanclubs, des Fanausschusses und sogar Mitgliedern aus den Vereinsgremien", sagte Vogt dem Spiegel am Donnerstag.

Sein Vorschlag, "die Mitgliederversammlung zu einem späteren Zeitpunkt - entweder am 5. September oder alternativ auch im Mai/Juni/Juli, also vor Beginn der neuen Saison" auszutragen, "um dann ohne Altlasten in das neue Spieljahr starten zu können -, wurde von meinen beiden Präsidiumskollegen abgelehnt. Ich bedaure dies."

Ursprünglich hätte die Mitgliederversammlung am 18. März stattfinden sollen.

Datenaffäre: Es drohen Konsequenzen für Führungskräfte

Vogt hatte jedoch für eine Verlegung plädiert, unter anderem um eine reine Digitalveranstaltung möglichst zu vermeiden.

Außerdem steht die juristische Bewertung des Abschlussberichts zur Datenaffäre, bei der hochrangige VfB-Mitarbeiter in der Vergangenheit Mitgliederdaten an Dritte weitergegeben haben sollen, weiter aus.

Dies könnte personelle Konsequenzen für noch heute aktive Führungskräfte des Fußball-Bundesligisten haben.

Update: 21.55 Uhr

Ex-Präsident Staudt rät von digitaler Mitgliederversammlung ab

Der frühere VfB-Präsident Erwin Staudt hat im Streit um den Zeitpunkt für die nächste Mitgliederversammlung des Klubs für einen späteren Termin plädiert.

"Für mich hat eine Präsenzveranstaltung, an der die Mitglieder sich selbst beteiligen und ihr eigenes Bild über die Lage im Verein machen können, höchste Priorität", sagte der VfB-Ehrenpräsident und Ex-Chef der IBM Deutschland der Ludwigsburger Kreiszeitung (Freitag).

Darüber hinaus müsse die Datenaffäre, bei der hochrangige VfB-Mitarbeiter in der Vergangenheit Mitgliederdaten an Dritte weitergegeben haben sollen, juristisch aufgeklärt sein. Überdies stelle ein Versammlung ohne Präsenz auch technisch ein großes Risiko dar, sagte der 73-Jährige, der zwischen 2003 und 2011 dem Klub als Präsident diente.

Im VfB-Präsidium gibt es Stimmen, die die Versammlung bereits am 28. März durchsetzen wollen. Präsident Claus Vogt peilt hingegen den (Früh-)Sommer oder Anfang September an.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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