VfB-Mitglieder-Versammlung online? Den Fans werden die Emotionen genommen!

Stuttgart - Nach Medienberichten wird die am 18. März angesetzte Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart verschoben. Stattfinden soll sie dann rein digital - entgegen aller Kritik.

Aktueller Präsident des VfB Stuttgart: Claus Vogt (51).
Aktueller Präsident des VfB Stuttgart: Claus Vogt (51).  © Tom Weller/dpa

Mitgliederversammlungen von Fußballvereinen können hitzig sein. Sehr hitzig sogar. Denn neben dem Vortragen von Meinungen sowie Argumenten geht es nicht selten um die Stimmung. Um Emotionen, schließlich ist Fußball für die Anhänger eine Herzensangelegenheit.

Am 18. März sollte es beim VfB Stuttgart eigentlich zur nächsten Mitgliederversammlung samt Präsidentschaftswahl kommen.

Doch der Vereinsbeirat tut sich mit der Nominierung der Kandidaten schwer und will dabei am liebsten auf den in den Machtkampf geratenen Amtsinhaber Claus Vogt (51) verzichten.

Um für die weitere Suche zumindest etwas Zeit zu gewinnen, soll laut Bild der 28. März als neuer Termin im Gespräch sein.

Bleiben soll es coronabedingt jedoch beim Format der Versammlung: komplett digital.

Damit haben viele Mitglieder, die sich aufgrund der Datenaffäre und dem Machtkampf von ihrem Verein verraten fühlen, ein Problem.

Das Vertrauen der VfB-Fans in die Verantwortlichen hat aufgrund des Machtkampfes gelitten

Juli 2019: Bei dieser Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart wurde es hitzig.
Juli 2019: Bei dieser Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart wurde es hitzig.  © Christoph Schmidt/dpa

Sie befürchten, dass die sonst stark ausgeprägte Debatten- und Diskussionskultur unter einer Online-Veranstaltung leiden könnte.

Zudem spielt der zunehmende Vertrauensverlust seit der tobenden Führungskrise eine wichtige Rolle.

Sie fordern deshalb, wie Amtsinhaber Vogt im Übrigen auch, die Verschiebung des Termins in den September - als Präsenzveranstaltung.

Was für eine Stimmung bei solch einer herrschen kann, dass weiß man bei den Schwaben spätestens seit der Mitgliederversammlung 2019.

Im Vorfeld dieser war der damalige Präsident Wolfgang Dietrich (72) zwar längst umstritten. Dass er durch die Mitglieder aber tatsächlich abgewählt werden könnte, glaubten aufgrund der nötigen Mehrheit (75 Prozent der Stimmen) die wenigsten.

Während der Abstimmung änderte sich dieses Gefühl aber. Es wurde gepfiffen, die "Dietrich-Raus!"-Rufe wurden lauter. Nicht wenige behaupteten deshalb mit zunehmender Dauer, eine Abwahl sei möglich gewesen, wenn die berühmte WLAN-Panne nicht dazwischen gekommen wäre.

Ein Pfeifkonzert dürfte auch den aktuellen VfB-Verantwortlichen blühen. Mit Blick auf die geführten Kriege der letzten Wochen auch zurecht.

Ein Szenario, das den Führungskräften bei der Online-Version wohl erspart bliebe. Würden es dennoch einige Fans aus den heimischen Wohnzimmern versuchen, hätten die Verantwortlichen vermutlich immer noch die Möglichkeit, deren Mikrofone einfach stumm zu schalten.

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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