VfB Stuttgart muss wegen Datenskandal ein saftiges Bußgeld zahlen

Stuttgart - Der VfB Stuttgart muss wegen Verstößen gegen den Datenschutz ein Bußgeld von 300.000 Euro zahlen.

Stefan Brink ist Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in Baden-Württemberg.
Stefan Brink ist Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in Baden-Württemberg.  © Sebastian Gollnow/dpa

Baden-Württembergs Datenschutzbeauftragter Stefan Brink begründete diese Strafe am Mittwoch mit einer "fahrlässigen Verletzung der datenschutzrechtlichen Rechenschaftspflicht" gemäß der Datenschutz-Grundverordnung. Seine Ermittlungen seien damit abgeschlossen, teilte der Datenschutzbeauftragte mit.

Die Datenaffäre und ihre Aufarbeitung belasten den VfB seit Monaten und gelten als zentrale Themen des Machtkampfs zwischen Vorstandschef Thomas Hitzlsperger (38) und Präsident Claus Vogt (51).

Zwischen 2016 und 2018 sollen vom Club wiederholt Zehntausende Mitgliederdaten an Dritte weitergereicht worden sein - unter anderem, um die im Sommer 2017 beschlossene Ausgliederung der Profiabteilung voranzutreiben. Mit der Aufklärung der Affäre war auch die Kanzlei Esecon beauftragt worden.

Der Angstgegner ist zu Gast: Bricht der VfB heute den Leverkusen-Fluch?
VfB Stuttgart Der Angstgegner ist zu Gast: Bricht der VfB heute den Leverkusen-Fluch?

Die "Kooperationsbereitschaft des VfB" bezeichnete Brink als "ungewöhnlich" und lobte sie.

"Auch wenn wir mit Blick auf Verjährungsvorschriften nicht alle öffentlich diskutierten Vorgänge vollständig untersuchen konnten, ist doch das jetzt einvernehmlich gefundene Ergebnis überzeugend", sagte Brink: "Neben dem spürbaren Bußgeld sorgt der VfB für erhebliche organisatorische und technische Verbesserungen in Sachen Datenschutz."

Update, 11.38 Uhr: VfB Stuttgart akzeptiert Bußgeld

Wie der VfB Stuttgart soeben mitteilte, akzeptiert der Verein die Strafe und verzichtet auf weitere Rechtsmittel. Sanktioniert wurde vom Landesdatenschutzbeauftragten Brink demnach insbesondere, dass bei der Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister die gebotenen vertraglichen Grundlagen in Bezug auf die Überlassung von Daten nicht geschaffen wurden.

Zudem wurde gegen Dokumentationspflichten im Umgang mit personenbezogenen Daten verstoßen.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

Mehr zum Thema VfB Stuttgart: