VfB-Gala! Stuttgart spielt BVB her und blamiert den Favoriten bis auf die Knochen

Dortmund/Stuttgart - Schwäbische Überraschung! Der VfB Stuttgart hat am 11. Spieltag der 1. Bundesliga Borussia Dortmund mit 5:1 (1:1) geschlagen. Es war der zweite Stuttgarter Sieg infolge, mit dem sich die Schwaben zunächst in der oberen Tabellenhälfte festsetzen. Für den BVB war die Blamage dagegen der nächste herbe Rückschlag.

BVB-Profi Emre Can beim Aufwärmen am Ball. Der deutsche Nationalspieler verursachte mit einem Foul an Stuttgarts Mateo Klimowicz einen Elfmeter.
BVB-Profi Emre Can beim Aufwärmen am Ball. Der deutsche Nationalspieler verursachte mit einem Foul an Stuttgarts Mateo Klimowicz einen Elfmeter.  © Focke Strangmann/epa POOL/dpa

Im Signal Iduna Park brachte Silas Wamangituka den VfB mit 1:0 in Führung (26. Minute/Foulelfmeter), bevor Giovanni Reyna zum 1:1-Ausgleich traf (39.). Anschließend erzielte Wamangituka das Tor zum 2:1 (52.) für den VfB, ehe Philipp Förster auf 3:1 erhöhte (60.).

Tanguy Coulibaly setzte mit dem 4:1 noch einen drauf (63.). Nicolas Gonzalez sorgte mit seinem Treffer zum 5:1 schließlich für den Endstand (90.+1).

BVB-Coach Lucien Favre schmiss im Gegensatz zum 2:1-Sieg in der Champions League bei Zenit St. Petersburg wie gewohnt die Rotationsmaschine an und schickte fünf frische Kräfte ins Rennen. So nahm er Lukasz Piszczek, Felix Passlack, Nico Schulz, Julian Brandt sowie Thorgan Hazard raus und brachte dafür Manuel Akanji, Raphaël Guerreiro, Mateu Morey, Jadon Sancho und Reyna.

Aufseiten des VfB gab es im Vergleich zum 2:1-Erfolg beim SV Werder Bremen dagegen nur zwei Änderungen. Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo ersetzte Gonzalo Castro (Gelb-Sperre) durch Förster und für Sasa Kalajdzic begann Mateo Klimowicz.

Nach zuletzt zwei Ligaspielen ohne Sieg stand der BVB gegen Stuttgart unter Druck. Nur mit drei Punkten hätte Dortmund den Anschluss an die Tabellenspitze weiter halten können.

Die Aufstellung des VfB Stuttgart bei Borussia Dortmund

So geht Borussia Dortmund das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart an

Silas Wamangituka bringt den VfB Stuttgart in Führung

BVB-Star Jadon Sancho (l.) und Silas Wamangituka haben den Ball im Fokus.
BVB-Star Jadon Sancho (l.) und Silas Wamangituka haben den Ball im Fokus.  © Focke Strangmann/epa POOL/dpa

Unterschätzen wollte man den VfB deshalb auf gar keinen Fall: "Man braucht eine Top-Leistung, wenn man gegen diese Mannschaft gewinnen will", sagte Favre im Vorfeld. Die Schwaben hatten sich dagegen vorgenommen, beim Favoriten aus dem Ruhrpott mutig zu agieren.

Und dies setzten die Gäste vom Anpfiff weg um. Sie attackierten die Dortmunder früh, die dadurch unter Druck gerieten und das Spiel nicht in den Griff bekamen.

Im Gegenteil, der VfB kontrollierte die Partie und erspielte sich zahlreiche Chancen. Die größte hatte zunächst Borna Sosa, dessen Freistoß BVB-Schlussmann Roman Bürki aber im letzten Moment über die Latte lenkte (7.).

Die Schwaben ließen sich nicht entmutigen. Nur kurze Zeit später drang Klimowicz in den gegnerischen Strafraum ein, den Borussen-Verteidiger Can nur noch mit einem Foul stoppen konnte - Elfmeter (25.). Diese Gelegenheit ließ sich Wamangituka nicht nehmen und verwandelte die Kugel vom Punkt ins linke Eck zum 1:0 für den VfB (26.).

Zu diesem Zeitpunkt eine hochverdiente Führung für die Gäste, weil sie auch defensiv eine konzentrierte Leistung boten und fast nichts zuließen.

VfB-Starts Silas Wamangituka, Philipp Förster und Tanguy Coulibaly blamierten Borussia Dortmund

Im Sandwich der Dortmunder Emre Can (l.) und Axel Witsel (r.): VfB-Mittelfeldmann Philipp Förster, der von Beginn an ran durfte.
Im Sandwich der Dortmunder Emre Can (l.) und Axel Witsel (r.): VfB-Mittelfeldmann Philipp Förster, der von Beginn an ran durfte.  © Focke Strangmann/epa POOL/dpa

Bis zur 39. Minute: BVB-Star Reyna nahm einen langen Pass von Guerreiro gekonnt an und brachte die Kugel per Lupfer im langen Eck des Stuttgarter Gehäuses unter - der 1:1-Ausgleich. Mit diesem für Dortmund eher glücklichen Remis ging es in die Pause.

Die zweite Hälfte begann der VfB ähnlich forsch wie die erste und belohnte sich dafür umgehend: Orel Mangala klaute Jude Bellingham an der Strafraumgrenze den Ball, brachte ihn ins Zentrum, wo einmal mehr Wamangituka goldrichtig stand und das Leder zur 2:1-Führung ins schwarz-gelbe Netz wuchtete (52.).

Dann wurde es blamabel für den BVB. Einen Sosa-Pass von links verwertete Förster, indem er Dortmunds Keeper Bürki mit einem strammen Schuss keine Chance ließ - 3:1 (62.). Eine Minute später setzte Coulibaly zum Solo an und dribbelte sich durch die gesamte Hausherren-Abwehr, ehe er das Leder zum 4:1 im Tor der Westfalen unterbrachte (63.).

Der BVB war in dieser Phase des Spiels völlig von der Rolle und erholte sich nicht mehr. Stattdessen setzten die Stuttgarter noch einen drauf. Als die Gastgeber alles nach vorne warfen, eroberten die Schwaben die Kugel, Gonzalez lief alleine auf Dortmunds Keeper Bürki zu und überwand diesen zum 5:1 (90.+1), was gleichzeitig der Schlusspunkt in einem denkwürdigen Spiel war.

Die Schwaben können nun am kommenden Spieltag mit viel Selbstbewusstsein in die Partie gegen den 1. FC Union Berlin (Dienstag, 20.30 Uhr) gehen. Dortmund ist dann in Bremen zu Gast (Dienstag, 20.30 Uhr).

Titelfoto: Focke Strangmann/epa POOL/dpa

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