Mit Super-Solo aus dem Tief: Wamangituka lässt den VfB Stuttgart aufatmen

Stuttgart - Es war ein Tor mit Symbolcharakter. Nämlich eines mit ganz, ganz langem Anlauf. Am eigenen Strafraum startete Silas Wamangituka (21) sein Solo, mit dem er beim 2:0 (1:0) des VfB Stuttgart gegen den FSV Mainz 05 am Freitag den Deckel drauf machte.

Die Cannstatter Kurve setzte mit einem Banner ein Statement beim Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 und sprach sich gegen die digitale Durchführung der heftig umstrittenen Mitgliederversammlung aus.
Die Cannstatter Kurve setzte mit einem Banner ein Statement beim Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 und sprach sich gegen die digitale Durchführung der heftig umstrittenen Mitgliederversammlung aus.  © Sebastian Gollnow/dpa

Achtmal hatten die Schwaben in dieser Saison vergeblich auf ihren ersten Heimsieg gehofft, im neunten Versuch gelang er ihnen endlich - auch dank Tempodribbler Wamangituka und dessen elftem Saisontor in der 72. Minute.

Zuvor hatte Sasa Kalajdzic (55.) dem VfB, der aus den vorangegangenen sieben Partien nur fünf Punkte geholt hatte, mit einem Kopfballtor bereits den Weg zurück in die Erfolgsspur geebnet.

"Ja, tatsächlich", antwortete Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo (43) anschließend auf die Frage eines Journalisten, ob er froh sei, das leidige Thema Heim-Misere nun ad acta legen zu können.

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"Ein schönes Tor" sei es außerdem gewesen von Wamangituka, befand der Coach und lobte den Offensivmann dafür, wie er nach seinem kraftraubenden Sprint noch "den Raum zum Abschließen gefunden hat".

Statt fast nur noch über die seit Wochen andauernden Querelen in der Führungsetage reden sie rund um den VfB nun zumindest vorübergehend also auch mal wieder über die jungen Wilden, die in der Hinrunde der Fußball-Bundesliga so für Furore gesorgt hatten.

Der VfB Stuttgart kommt dem Ziel Klassenerhalt immer näher

Der Mainzer Phillipp Mwene (27, l.) im Zweikampf mit Stuttgarts Silas Wamangituka (21).
Der Mainzer Phillipp Mwene (27, l.) im Zweikampf mit Stuttgarts Silas Wamangituka (21).  © Sebastian Gollnow/dpa

Und angesichts ihres üppigen Polsters auf den Relegationsrang haben die Stuttgarter, die mit Ausnahme der Spiele gegen den FC Bayern (1:3) und RB Leipzig (0:1) auch in ihren vorangegangenen Heimpartien nie die wirklich schlechtere Mannschaft auf dem Platz gewesen waren, mit dem Abstiegskampf womöglich bald schon gar nichts mehr zu tun.

Auch, wenn sie sich gegen den robust agierenden Tabellenvorletzten aus Mainz lange Zeit schwer taten, hatten die Schwaben durch ihre Top-Talente Nicolas Gonzalez, Borna Sosa, Kalajdzic oder eben Wamangituka auch immer wieder mal lichte Momente.

Gonzalez, der Aufstiegsheld der Vorsaison, hob den Ball in der 13. Minute artistisch knapp über das Tor. Der technisch versierte Sosa schlug bei Kalajdzic' Kopfballtreffer einmal mehr eine wunderschöne Flanke - und der zwei Meter lange Österreicher vollstreckte bereits zum sechsten Mal in dieser Saison.

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Und Wamangituka, der lief wie immer unermüdlich an - und knapp 20 Minuten vor dem Ende allen davon. Bei 14 Torbeteiligungen (elf Treffer, drei Vorlagen) steht der Kongolese in dieser Spielzeit nun schon.

Verzettelte er sich in der vergangenen Saison noch bei so manchen seiner Offensivaktionen, trägt er sie inzwischen in der Regel wesentlich durchdachter und präziser vor. Und mit unwiderstehlichem Tempo. "Das macht er gut, das muss man anerkennen", gestand auch der Mainzer Kapitän Danny Latza (31) der ARD.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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