VfB-Sportdirektor Mislintat: "Summen wie für Démbelé oder Mbappé kann ich mir nicht vorstellen"

Stuttgart - Es ist Anfang April. Eigentlich beginnt im Fußballgeschäft nun die heiße Phase, doch stattdessen ist aufgrund der Coronakrise und dem pausierenden Ligabetrieb Ruhe angesagt. 

Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart mit bedrückter Miene: Thomas Hitzlsperger. 
Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart mit bedrückter Miene: Thomas Hitzlsperger.  © Fabian Sommer/dpa

Auch für VfB-Sportdirektor Sven Mislintat, der sonst pausenlos am Telefonieren sein müsste, um einen nächsten Hammer-Transfer für die Stuttgarter zu realisieren. 

Für solche hat er in seiner Zeit als Chefscout von Borussia Dortmund den Spitznamen "Diamantenauge" verpasst bekommen.

Er lotste unter anderem Talente wie Ousmane Dembélé oder Shinji Kagawa zum BVB. 

Dembélé wechselte anschließend im August 2017 für viel Geld zum FC Barcelona. Es war ein Wechsel in einer Größenordnung, den es in diesem Sommer aufgrund der Coronakrise wohl nicht geben wird.

"Summen in der Spitze von über 150 Millionen Euro in der Vergangenheit wie für Ousmane Dembélé oder Kylian Mbappé kann ich mir aktuell ebenso wenig vorstellen wie weiterhin eine große Anzahl an Transfers über 20 Millionen Euro", sagte Mislintat gegenüber der "Stuttgarter Zeitung".

Lernt der Fußball aus der Coronakrise?

Sportdirektor des VfB Stuttgart: Sven Mislintat. 
Sportdirektor des VfB Stuttgart: Sven Mislintat.  © DPA/Tom Weller

Seiner Meinung nach könnte sich der Fußball in Zukunft insgesamt stark verändern, da "eher früher als später nahezu alle Clubs extreme wirtschaftliche Probleme bis hin zur Zahlungsunfähigkeit bekommen werden", so Mislintat. 

Ob dies so weit kommt, ist allerdings stark abhängig davon, wann die Ligen den Betrieb wieder aufnehmen können. 

Aktuell sei beispielsweise der VfB noch in einer komfortablen Situation, weil man in den letzten Jahren trotz ausbleibendem sportlichen Erfolgs, gut gewirtschaftet habe, so Stuttgarts Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger gegenüber "SWR1". Allerdings sagte der VfB-Boss auch: "Ohne Spiele kann keiner überleben, egal wie er gewirtschaftet hat." 

In die Zukunft kann zwar niemand schauen, doch nach VfB-Sportdirektor Mislintat sei aktuell vieles offen im Hinblick auf die Entwicklung des Fußballs. 

Aus der Situation rund um das Coronavirus können jedenfalls viele Lehren gezogen werden: "Ich hoffe, dass der Fußball versteht, was ihm in dieser Krise passiert", sagte Mislintat im Gespräch mit der "Stuttgarter Zeitung". 

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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