Die Millionen-Probleme des VfB Stuttgart in der Corona-Krise

Stuttgart - Fußball-Deutschland steht still. Wie auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung der DFL beschlossen, setzt der Ligabetrieb bis mindestens Ende April aus. 

Vorstandsvorsitzender beim VfB Stuttgart: Thomas Hitzlsperger. 
Vorstandsvorsitzender beim VfB Stuttgart: Thomas Hitzlsperger.  © Tom Weller/dpa

Trainiert wird selbstverständlich dennoch. 

Manche Clubs, wie Borussia Dortmund oder der VfL Wolfsburg, sind sogar wieder auf den Trainingsplatz zurückgekehrt. Andere, wie der VfB Stuttgart, halten ihre individuellen Übungseinheiten weiterhin in privaten Wohnzimmern und Kellern ab. 

Schließlich gilt in Baden-Württemberg wegen des Coronavirus ein Sportverbot, das die Schwaben an der Wiederaufnahme des normalen Trainingsbetriebs hindert. 

Der VfB hatte auf eine Ausnahmeregelung gehofft, die ausblieb. Zudem verweigerte die DFL einen einheitlichen Beschluss dazu, wie sich Profiteams in Sachen Training während der Corona-Krise zu verhalten haben. 

Dies gefiel den Verantwortlichen des VfB selbstverständlich so gar nicht. "Im Moment werden die Verordnungen noch unterschiedlich interpretiert. Aus Gründen der Wettbewerbsgleichheit wäre ein klare, einheitliche Regelung für den Trainingsbetrieb absolut sinnvoll", wird der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger von den "Stuttgarter Nachrichten" zitiert. 

VfB Stuttgart: Modernisierung der Mercedes-Benz Arena könnte auf der Kippe stehen

Die leere Mercedes-Benz Arena. 
Die leere Mercedes-Benz Arena.  © DPA / Marijan Murat

Doch diese Ungerechtigkeit ist nicht das einzige Problem des VfB, der aktuell von der Corona-Krise ordentlich durchgeschüttelt wird. 

Bis zu 20 Millionen Euro könnte den Stuttgartern ein vorzeitiger Saison-Abbruch kosten, da in diesem Fall unter anderem satte Fernsehgelder wegbrechen würden. 

Und es könnte noch dicker kommen. Schließlich wollte der VfB seine Mercedes-Benz Arena für die Europameisterschaft 2024 modernisieren, was insgesamt 65 Millionen Euro kosten soll. 

Wie der "Kicker" berichtete, soll dies durch einen Zuschuss der Stadt (20 Millionen Euro) und ein Darlehen in Höhe von 22 Millionen Euro finanziert werden, das durch die Stadiongesellschaft aufgenommen werden soll. Das restliche Geld (22,5 Millionen Euro) müsste der VfB Stuttgart selbst aufbringen. 

Dieses Vorhaben wirkt vor allem in der aktuellen Corona-Krise wie ein wahrhaftiges Mammutprojekt. 

Schließlich wird die Krise nicht nur Auswirkungen auf den VfB haben, sondern auch auf die Stadt Stuttgart. Im Dezember will der Gemeinderat entscheiden, ob das Geld für die Modernisierung des Stadions fließen wird. 

Bei der aktuellen Lage würde es allerdings nicht verwundern, sollten sich die Verantwortlichen schon früher zusammenfinden, um sich die Unterstützung zur Modernisierung der Mercedes-Benz Arena nochmal durch den Kopf gehen zu lassen. 

Titelfoto: DPA / Marijan Murat

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