VfB-Boss Hitzlsperger spricht Klartext nach Kritik an Nachwuchsarbeit: "Kein schlechter Wert!"

Stuttgart - Zuletzt rumorte es beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart mal wieder gewaltig. 

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat (47) ist für die Transfers zuständig.
VfB-Sportdirektor Sven Mislintat (47) ist für die Transfers zuständig.  © Maximilian Haupt/dpa

Der Grund: Im Umfeld des Vereins wurden Stimmen laut, wonach einige mit der Transfer-Politik von Sportdirektor Sven Mislintat (47) nicht zufrieden seien. Dem Westfalen wird vorgeworfen, ihn würde die eigene Jugend zu wenig interessieren und er hole dafür lieber Talente aus dem Ausland. 

Mislintats Chef, Thomas Hitzlsperger (38), wehrt sich nun gegen die Attacken: "Wenn man darüber diskutiert, es seien zu wenige da, es würden nur junge Spieler aus dem Ausland geholt werden, muss man die Fakten prüfen", holte der Vorstands-Boss aus. 

Dann rechnete er vor: "Aktuell sind zwölf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die Regionalligamannschaft übergetreten. Zudem haben wir im Profiteam acht Spieler, die eine Vergangenheit in der VfB Jugend haben – das ist kein schlechter Wert." 

Doch diesen wolle man in Stuttgart noch verbessern. 

Beim VfB Stuttgart zählt zunächst nur der Bundesliga-Klassenerhalt

Er hat das Sagen beim VfB Stuttgart: Vorstands-Boss Thomas Hitzlsperger (38).
Er hat das Sagen beim VfB Stuttgart: Vorstands-Boss Thomas Hitzlsperger (38).  © Tom Weller/dpa-Pool/dpa

"Als ich damals mit Sven [Mislintat, Anm. d. Red.] gesprochen habe, für was der VfB Stuttgart steht und was hier die Aufgabe ist, haben wir auch über die langfristige Zielsetzung gesprochen. Und langfristige Zielsetzung heißt, ausgebildete Spieler in der Profimannschaft zu haben, die dort eine Rolle spielen." 

Dieses Ziel, so Hitzlsperger weiter, müsse allerdings nicht in der Saison 2020/21 erreicht werden. Denn aktuell geht es vor allem um eines: den Klassenerhalt.

"Um unseren Nachwuchsspielern eine wirklich gute Perspektive zu geben, brauchen wir Bundesliga-Fußball, müssen wir uns dort etablieren", betonte der Vorstandsvorsitzende. 

Auf dem Weg dahin sei es "durchaus möglich, dass wir junge Spieler in Europa und der Welt scouten, die zu uns holen und gleichzeitig  die Nachwuchsausbildung optimieren", so der 38-Jährige weiter. 

Doch wann kann über das Resultat der langfristigen Arbeit geredet werden? Hitzlsperger: "Vielleicht in fünf, sechs, acht Jahren." 

Titelfoto: Tom Weller/dpa-Pool/dpa

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