Ärger wegen Gedenken an George Floyd (†45): VfB-Präsident Vogt kritisiert Regeln

Stuttgart/Minneapolis - Nach dem Tod des Afro-Amerikaners George Floyd (†45) im US-amerikanischen Minneapolis gibt es seit Tagen Ausschreitungen. Jetzt hat sich auch VfB-Präsident Claus Vogt (50) deutlich zu Wort gemeldet.

Am gestrigen Sonntag: Der Gladbacher Marcus Thuram kniet nach seinem Tor zum 2:0 auf dem Rasen.
Am gestrigen Sonntag: Der Gladbacher Marcus Thuram kniet nach seinem Tor zum 2:0 auf dem Rasen.  © Martin Meissner/AP POOL/dpa

Rückblick: Am vergangenen Montag starb der US-Amerikaner während eines Polizeieinsatzes. 

Minutenlang kniete ein weißer Polizist auf seinem Nacken, der 45-Jährige sagte wiederholt "I can't breathe!" (zu Deutsch: "Ich kann nicht atmen!"). Floyd starb später (TAG24 berichtete).

Seitdem werden die USA von wutentbrannten Protesten überzogen, seit Tagen gibt es auch Plünderungen und Ausschreitungen.

Doch nicht nur in den Vereinigten Staaten, auch weltweit hat der Vorfall zu Demonstrationen geführt. Am Wochenende erreichte der Protest nun auch die Fußball-Bundesliga.

Wie kicker.de berichtet, widmeten Gladbachs Marcus Thuram (22) sowie die Dortmunder Jadon Sancho (20) und Achraf Hakimi (21) ihren Torjubel jeweils dem Verstorbenen. 

Der Schalker Weston McKennie (21) hatte demnach auf seinem Trauerflor stehen: ""Gerechtigkeit für George Floyd".

Den vier Spielern drohe nun Ärger, weil politische Botschaften laut Regelwerk verboten seien. "Im Laufe der nächsten Tage" werde man sich "diesen Vorkommnissen annehmen und die Sachverhalte entsprechend prüfen", zitiert kicker.de den Vorsitzenden des DFB-Kontrollausschusses, Anton Nachreiner.

In den Regeln des DFB (hier nachzulesen) heißt es unter Regel 4, Punkt 5: "Die Ausrüstung darf keine politischen, religiösen oder persönlichen Slogans, Botschaften oder Bilder aufweisen. Spieler dürfen keine Unterwäsche mit politischen, religiösen oder persönlichen Slogans, Botschaften oder Bildern oder Werbeaufschriften mit Ausnahme des Herstellerlogos zur Schau stellen."

Und weiter: "Bei einem Verstoß gegen diese Bestimmung wird der Spieler und/oder das Team durch den Wettbewerbsorganisator, den nationalen Fußballverband oder die FIFA sanktioniert."

Claus Vogt regt Änderung der Richtlinie an

VfB-Präsident Claus Vogt.
VfB-Präsident Claus Vogt.  © Marijan Murat/dpa

Unzulässig seien demnach auch Slogans, Botschaften oder Bilder mit Bezug auf lebende oder verstorbene Personen.

Angesichts der Regeln und des drohenden Ärgers für das Quartett hat sich nun auch VfB-Präsident Claus Vogt eingeschaltet.

Auf Twitter schreibt er am Montagnachmittag: "Gerade jetzt ist es wichtig, dass der Fußball seine gesellschaftliche Verantwortung übernimmt und sich klar gegen Rassismus ausspricht."

Und weiter: "Eine Richtlinie, welche das den Spielern während des Spiels verbietet, sollte überdacht werden."

Dazu postete er ein Bild mit den Worten: "In a racist society it is not enough to be non-racist, we must be anti-racist." (Übersetzung: "In einer rassistischen Gesellschaft ist es nicht genug, nicht rassistisch zu sein, wir müssen anti-rassistisch sein.")

Für sein Statement wurde Vogt in den Kommentaren gefeiert. "Mein Präsident!", schrieb ein User. Ein anderer kommentierte: "Danke für die klaren Worte. Bin sehr stolz, so einen Präsidenten zu haben."

Ein weiterer Nutzer widersprach Vogt: "Falsch! Sport sollte nicht politisch instrumentalisiert werden." Und er forderte: "Wenn man sich gegen Rassismus ausspricht muss man sich auch gegen gewalttätige Antifanten aussprechen. Wo soll das enden?"

Titelfoto: Montage: Marijan Murat/dpa, Screenshot YouTube.de/FOX 9 News | KMSP-TV Minneapolis-St. Paul

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