Ultras des VfB Stuttgart bringen Corona-Gefährdeten die Einkäufe nach Hause

Stuttgart - Ultragruppierungen sind in der Öffentlichkeit vor allem wegen ihrer aufwendigen Choreographien und für das Abbrennen von Pyrotechnik bekannt. 

Auch für diese Plakate bei der Partie des VfB Stuttgart gegen Arminia Bielefeld waren Ultras verantwortlich. 
Auch für diese Plakate bei der Partie des VfB Stuttgart gegen Arminia Bielefeld waren Ultras verantwortlich.   © Sebastian Gollnow/ DPA

Doch was machen sie eigentlich, wenn der Fußball in Folge der weitreichenden Coronavirus-Krise stillsteht? Die Ultras vom Schwabensturm, Anhänger des Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart, bieten in diesen schweren Zeiten ihre Hilfe an. 

Sie wollen den Menschen in Baden-Württemberg, die durch das Virus gefährdet sind, die Besorgungen abnehmen. 

"Unsere gut vernetzten Mitglieder, die zu größten Teilen nicht zur Risikogruppe gehören, sind über große Teile des Bundeslandes verteilt. Recht flächendeckend vor allem im Rems-Murr-Kreis in den Bereichen Waiblingen, Schorndorf und Backnang sowie logischerweise in der Stadt Stuttgart", heißt es in einer Mitteilung auf ihrer Website

Wie dies funktioniert? Man kann sich einfach telefonisch melden, sagt, was gebraucht wird und wo man wohnt. Anschließend bringen die "Jungs und Mädels" den Einkauf vorbei, heißt es in dem Aufruf.  (Landkreis Rems-Murr: 015734453008, Stadt Stuttgart: 015734452998)

Coronavirus-Krise: VfB-Ultras sind vorbildlich

Fans des VfB Stuttgart zünden Pyrotechnik bei der Partie in Hannover Ende Dezember. Das Banner am unteren Bildrand ist von den Ultra-Gruppen Schwabensturm und Commando Cannstatt.
Fans des VfB Stuttgart zünden Pyrotechnik bei der Partie in Hannover Ende Dezember. Das Banner am unteren Bildrand ist von den Ultra-Gruppen Schwabensturm und Commando Cannstatt.  © Swen Pförtner/dpa

Auch Fans von anderen Vereinen dürfen sich freuen, denn "natürlich" helfen die Ultras unabhängig davon, ob "die Person Anhänger des VfB ist oder nicht." 

Der Service gilt ab Dienstag täglich von Montag bis Samstag zwischen 10 Uhr und 17 Uhr. Allerdings wiesen die Ultras bereits darauf hin, dass sie vermutlich aus Kapazitätsgründen auch Anfragen ablehnen müssen. 

Daher ist Hilfe selbstverständlich willkommen: "Wir wollen unseren kleinen Teil dazu beitragen, die Situation gemeinsam zu meistern und gleichzeitig Andere zum Nachdenken und Mitmachen animieren", heißt es in der Mitteilung. 

Auch die VfB-Ultras von Commando Cannstatt fielen bereits im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise positiv auf. Als es zunächst in Deutschland zu Spielen ohne Publikum kam, riefen sie dazu auf, dass die Fans zu Hause bleiben sollen. 

Der Anlass: Unter anderem beim Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln versammelten sich vor dem Stadion einige Fans, die mit ihrer Mannschaft feiern wollten. 

Dass es zu ähnlichen Bildern in Stuttgart kommt, wollten die Ultras vermeiden. 

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Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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