VfB-Ultras veröffentlichen Erklär-Video, das die Probleme des "Patienten" Profifußball aufzeigt!

Stuttgart - "TV-Gelder endlich fair verteilen!" Dieses Banner hängt seit Wochen in vielen Stadien der Fußball-Bundesliga. Zu dieser Forderung legten die Ultras vom "Schwabensturm 2002", Anhänger des VfB Stuttgart, nun mit einem Erklär-Video nach.

Karl-Heinz Rummenigge (65), Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, will keine neue Verteilung der TV-Gelder.
Karl-Heinz Rummenigge (65), Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, will keine neue Verteilung der TV-Gelder.  © Arne Dedert/dpa

Dabei geht es um den "Herrn Profifußball", der im Bild als Geschäftsmann dargestellt wird: Er trägt einen Anzug, weißes Hemd, Krawatte und hält ein Handy ans Ohr.

"Zuletzt sinkt seine Beliebtheit immens, weil nur noch der finanzielle Profit im Vordergrund steht", heißt es. Und: "Die Profitfixierung führte unter anderem dazu, dass der Profifußball nicht zu bemerken schien, dass sich sein Zustand immer weiter verschlechterte."

Als die Corona-Pandemie begann, ändert sich dies, erklären die Ultras vom Schwabensturm und zeigen den Herrn Profifußball nun als Patienten im Video, der ohne Krücken nicht mehr selbstständig laufen kann ("Ein Symptom, das verdeutlicht, wie angeschlagen der Profifußball wirklich ist, zeigte die schnelle finanzielle Notlage einiger Vereine samt Abhängigkeit von TV-Geldern.")

Gleichzeitig wundere man sich, warum einige Klubs stärker betroffen sind als andere", so die Ultras, die dafür kein Verständnis haben.

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"TV-Gelder endlich fair verteilen!" steht auf einem Banner, das in der Cannstatter Kurve gehisst wurde.
"TV-Gelder endlich fair verteilen!" steht auf einem Banner, das in der Cannstatter Kurve gehisst wurde.  © Sebastian Gollnow/dpa

Dies sei ihrer Meinung nach nämlich die Konsequenz aus der ungerechten Verteilung der TV-Gelder, die 93 Prozent vom sportlichen Erfolg abhängig ist.

Wie im Video dargestellt, bekam der FC Bayern München als Meister der vergangenen Saison 250 Millionen Euro, der SC Freiburg (8. Platz) 50 Millionen und der Tabellenletzte SC Paderborn nur 31 Millionen.

Das Fazit des Schwabensturms: Nur eine gerechtere Verteilung der Gelder könnte zur Genesung des Patienten, also dem kranken Profifußball, führen.

Mit ihren Forderungen stoßen die Ultras zumindest bei ihrem Verein, dem VfB, auf keine taube Ohren. Denn Stuttgart hat gemeinsam mit dem FC Augsburg, dem 1. FSV Mainz 05, Arminia Bielefeld sowie zehn Zweitligisten ein Impulspapier formuliert, das zu einer gerechten Verteilung der TV-Gelder anregen soll.

Die heftige Folge: Als sich vor Kurzem die Bundesligisten zur Besprechung der Zukunft trafen, wurden die am Impulspapier beteiligten Vereine nicht eingeladen. Einberufen wurde die Zusammenkunft von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge (65).

Ein Zeichen, das nicht unbedingt für ein Umdenken im Profifußball spricht.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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