Nach Mislintat-Magie beim VfB: Wann verlängert er eigentlich selbst?

Stuttgart - An der Zukunft seines Clubs arbeitet Sven Mislintat (48) mit Hochdruck. Über 20 neue Spieler hat der Sportdirektor des VfB Stuttgart seit seinem Einstieg bei den Schwaben im Mai 2019 geholt.

VfB-Vorstands-Chef Thomas Hitzlsperger (38, Foto) würde sich über eine Verlängerung von Sven Mislintat freuen.
VfB-Vorstands-Chef Thomas Hitzlsperger (38, Foto) würde sich über eine Verlängerung von Sven Mislintat freuen.  © Tom Weller/dpa

Vorige Woche verlängerte er drei Verträge in drei Tagen: die von Mittelfeldmann Wataru Endo (27) und Torjäger Nicolas Gonzalez (22) bis 2024, den von Außenverteidiger Borna Sosa (22) sogar bis 2025.

Es waren Abschlüsse, die dem 48-Jährigen durchaus den einen oder anderen Schulterklopfer beschert haben dürften. Die gleichzeitig aber auch die Frage aufwarfen: Wann verlängert Mislintat eigentlich selbst?

Sein eigener Kontrakt beim Fußball-Bundesligisten endet in sieben Monaten. "Wir sind in sehr konkreten, sehr guten Gesprächen, die aber nicht abgeschlossen sind", sagte Mislintat zuletzt dem SWR.

Er hoffe, dass man eine Vertragsverlängerung "bald hinkriegen" werde, sagte wiederum Vorstands-Chef Thomas Hitzlsperger (38). Woran hakt's also noch? "Es geht weiter um die Kompetenzen und Verantwortungsbereiche, die einem gegeben werden oder die man in diesem Fall behalten möchte", erklärte Mislintat. "Und es geht auch um Finanzen."

Der erste Verhandlungspunkt dürfte den zweiten überwiegen. Mehr als ums Geld geht es Mislintat um seinen Einfluss auf die Kaderplanung. In der aktuellen Konstellation ist er weitgehend uneingeschränkt.

Alles andere als eine Einigung mit Sven Mislintat wäre überraschend

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat (48) hat nach seinen drei Vertragsverlängerungen in der vergangenen Woche gut lachen.
VfB-Sportdirektor Sven Mislintat (48) hat nach seinen drei Vertragsverlängerungen in der vergangenen Woche gut lachen.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Hitzlsperger, der ja auch das Amt des Sportvorstands bekleidet, ist zwar sein Vorgesetzter; Mislintat aufgrund seiner Nähe zur Mannschaft und der umfangreichen Marktkenntnisse, die er sich in den vergangenen Jahren als Chefscout bei Borussia Dortmund und beim FC Arsenal angeeignet hat, aber die treibende Kraft in allen Transferfragen.

Bleibt auf der Führungsebene in naher Zukunft alles beim Alten, bleibt mit ziemlicher Sicherheit also auch Mislintat über den kommenden Juni hinaus in Stuttgart.

Was aber passiert, wenn Hitzlsperger mit Vertragsende im Sommer 2022 nicht als Sportvorstand weitermachen, der VfB Mislintat dann womöglich nicht befördern, sondern einen neuen starken Mann dazuholen und sich die Hierarchie dadurch verändern sollte? Fragen, die es zu klären gilt.

Eigentlich wäre alles andere als eine Einigung eine Überraschung. Der gute Saisonstart des VfB und sein attraktiver Spielstil haben zuletzt aber vor allem Mislintats Verhandlungsposition verbessert.

Die skeptischen Stimmen, die nach dem wenig souveränen Aufstieg und angesichts seiner riskanten Personalplanung mit vielen jungen und unerfahrenen Spielern im Sommer zu hören waren, sind leiser geworden. Die Fans scheinen sich zunehmend mit der Rasselbande auf dem Platz und dem eingeschlagenen Weg in der Clubführung zu identifizieren.

Jetzt gilt es, diesen auch für die nächsten Schritte zu ebnen.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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