Wurde der VfB Stuttgart um einen Handelfmeter betrogen?

Stuttgart - Nicht zu fassen! Nach der DFB-Pokal-Partie zwischen dem VfB Stuttgart und Borussia Mönchengladbach (1:2) stand schon wieder eine strittige Schiedsrichterentscheidung im Fokus.

Hier gibt Referee Daniel Siebert (34) VfB-Verteidiger Konstantinos Mavropanos (23) die Gelbe Karte, später geriet er wegen eines nicht gegebenen Elfmeters in den Fokus.
Hier gibt Referee Daniel Siebert (34) VfB-Verteidiger Konstantinos Mavropanos (23) die Gelbe Karte, später geriet er wegen eines nicht gegebenen Elfmeters in den Fokus.  © Marijan Murat/dpa

Wie schon bei der Ligabegegnung vor Kurzem kam es zu der Szene in der Nachspielzeit (90.+2): Die Borussia führte mit 2:1 als VfB-Stürmer Sasa Kalajdzic (23) den Ball in Richtung Tor köpfte und die Kugel Gladbachs Stefan Lainer (28) im Strafraum an die Hand sprang.

Die Pfeife des Unparteiischen Daniel Siebert (36) blieb aber stumm. Auch der VAR griff nach kurzer Überprüfung der Szene nicht ein.

Eine Fehlentscheidung? VfB-Sportdirektor Sven Mislintat (48) will bei Lainer "keine natürliche Handhaltung" gesehen haben.

Stürmer Kalajdzic meldete sich ebenfalls zu Wort, sagte: "Ich habe Videoausschnitte gesehen und ich weiß nicht, will mich da jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber es gibt Schiedsrichter, die das pfeifen. In unserem Fall eben nicht, kann man nichts machen."

Für ein strafbares Handspiel würde jedenfalls sprechen, dass Lainers Arm bei der Berührung des Balls ein Stück weit vom Körper entfernt war.

VfB gegen Gladbach: Schiedsrichter-Experten von Collinas Erben halten sich zunächst zurück

Enttäuschung macht sich nach dem Pokal-Aus bei den VfB-Profis breit.
Enttäuschung macht sich nach dem Pokal-Aus bei den VfB-Profis breit.  © Marijan Murat/dpa

Über der Schulter, was ebenfalls ein Argument für einen Elfmeter gewesen wäre, war die Hand wohl knapp nicht.

Zu Lainers Verteidigung könnte man außerdem sagen, dass er sichtbar seine Hand weggezogen hatte und ihm aufgrund der kurzen Distanz nicht mehr genügend Zeit blieb, dem Ball auszuweichen. Dieser Punkt ist allerdings nur relevant, wenn zuvor keine unnatürliche Handhaltung vorlag.

Warum der VAR nicht eingriff, dürfte dagegen vor allem an der Einschätzung der Videoassistenten liegen, dass es sich nicht um eine klare Fehlentscheidung von Referee Siebert handelte.

Außerdem hatte dieser die Szene offenbar im Live-Geschehen gut sehen können, sonst hätte der VAR ihm vermutlich empfohlen, sich die Bilder auf seinem Monitor am Spielfeldrand anzusehen.

Die Schiedsrichter-Experten von "Collinas Erben" hielten sich derweil vorerst zurück und richteten auf Twitter das Wort an ihre Follower: "Hier ist die Szene, bitte anschauen und im Folgetweet abstimmen, ob die Entscheidung (nicht strafbar, kein VAR-Eingriff) richtig war oder nicht." Des Weiteren hieß es: "Bin sehr gespannt, wie es ausgeht. Immerhin geht es hier um die beiden Fanlager, die hier im bisherigen Saisonverlauf am häufigsten mit Klagen über Referees und VAR in Erscheinung getreten sind."

"Collinas Erben" bewerten jeden Spieltag strittige Schiedsrichterentscheidung und geraten bei Fan-Diskussionen häufig ins Kreuzfeuer.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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