VfB-Youngster Silas Wamangituka: Der Schüchterne auf dem Weg zur Weltklasse

Stuttgart - Silas Wamangituka (21) ist ein eher schüchterner Zeitgenosse.

Gegen Werder Bremen trifft Silas Wamangituka (21) doppelt und wird für sein zweites Tor scharf kritisiert.
Gegen Werder Bremen trifft Silas Wamangituka (21) doppelt und wird für sein zweites Tor scharf kritisiert.  © Carmen Jaspersen/dpa

Ein Indiz dafür ist, dass sich der Youngster des VfB Stuttgart medial selten zu Wort meldet. Ob in der gängigen Presse oder auf Social Media - der Kongolese hält sich entsprechend zurück.

Umso erstaunlicher, dass sich Wamangituka nun gegenüber dem vereinseigenen VfB-TV äußerte.

Das aber mit erfreulichem Anlass: Der 21-Jährige wurde zum zweiten Mal zum Bundesliga-Rookie des Monats gewählt.

Für Verwunderung sorgt diese Auszeichnung natürlich längst nicht mehr, schließlich ist Wamangituka in der aktuellen Saison einer der absoluten Leistungsträger beim VfB und mit acht Treffern der beste schwäbische Torjäger.

Über seine eigene Leistung spricht Wamangituka dennoch ungern. Lieber bezieht er das ganze Team mit ein: "Es freut mich, dass gerade alles passt, schließlich sind wir richtig gut in die Meisterschaft gestartet."

Beim VfB Stuttgart fühlte sich Silas Wamangituka nicht immer wohl

VfB-Abwehrmann Waldemar Anton (l., 24) gratuliert Silas Wamangituka (r.) zu seinem Treffer zum 2:0 gegen den FC Augsburg. Dahinter schleicht sich Vorlagengeber Borna Sosa (22) davon.
VfB-Abwehrmann Waldemar Anton (l., 24) gratuliert Silas Wamangituka (r.) zu seinem Treffer zum 2:0 gegen den FC Augsburg. Dahinter schleicht sich Vorlagengeber Borna Sosa (22) davon.  © Matthias Balk/dpa

In der Saison 2019/20 kam Wamangituka vom Pariser FC an den Neckar. Für satte acht Millionen Euro, weshalb die Erwartungen an das kongolesische Talent naturgemäß groß waren.

Er fühlte sich aber zunächst gar nicht so wohl in Stuttgart, wie er nun verriet: "Am Anfang habe ich mich schon ein wenig schwergetan, weil ich niemanden gekannt habe. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich richtig angekommen bin."

Eines der Probleme war die Sprache.

"Ich habe überhaupt nichts verstanden. Auch keine taktische Anweisung und so weiter. Manches, was von mir verlangt wurde, konnte ich deshalb nicht umsetzen. Das ist nun besser und ich verstehe einiges", so Wamangituka.

Besonders die französisch sprechenden Spieler und Betreuer haben ihm in der schwierigen Zeit geholfen, aber auch die Deutschen seien sehr hilfsbereit gewesen, betonte der 21-Jährige.

Weniger Hilfe brauchte Wamangituka dagegen auf dem Platz. Entwickelte er sich bereits in der Zweitliga-Saison (sieben Tore) stetig, gelang ihm in der Bundesliga der Durchbruch. Neben der Torgefahr weiß er auch immer mehr seine Schnelligkeit und Dribbelstärke effizient einzusetzen. Sein Potenzial scheint grenzenlos.

Das Tor von VfB-Youngster Silas Wamangituka gegen den SV Werder Bremen sorgte für viel Diskussion

Ein Youngster mit vollem Fokus auf den Fußball: Silas Wamangituka (21).
Ein Youngster mit vollem Fokus auf den Fußball: Silas Wamangituka (21).  © Uwe Anspach/dpa

Zu spüren bekamen dies unter anderem Borussia Dortmund und der SV Werder Bremen, gegen die Wamangituka jeweils einen Doppelpack schnürte.

Beim 2:0-Sieg in Bremen geriet der Kongolese außerdem heftig in die Kritik. Zunächst hatte er Werder-Keeper Jiri Pavlenka (28) in der Nachspielzeit frech den Ball abgeluchst und spazierte in Zeitlupe in Richtung Tor, bevor er das Leder über die Linie bugsierte.

Damit löste er eine gewaltige Fairness-Diskussion aus. Vieles prasselte auf den jungen Profi ein, auch international wurde das "Skandal-Tor" von der Presse aufgenommen.

Dies brachte schließlich sogar den medienscheuen Wamangituka dazu, sich über die Sozialen Netzwerke zu äußern - er entschuldigte sich und beteuerte, lediglich auf Zeit gespielt haben zu wollen.

Ein Vorfall, der zeigt: auch Wamangituka ist noch nicht perfekt. Sportlicht beeinflusst hat ihn der Wirbel um seine Person jedoch nicht, weshalb er sich weiterhin auf dem schnellsten Wege in Richtung Weltklasse befindet.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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