Wende im VfB-Krimi: Ist Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger noch zu halten?

Stuttgart - Im Krimi beim VfB Stuttgart zeichnet sich eine Wende ab!

So nah wie auf dem Bild stehen sie sich schon lange nicht mehr: VfB-Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger (38) und Claus Vogt (51).
So nah wie auf dem Bild stehen sie sich schon lange nicht mehr: VfB-Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger (38) und Claus Vogt (51).  © Tom Weller/dpa

So geht aus einem Zwischenbericht des Unternehmens Esecon hervor, dass der VfB die Ermittlungen in der Datenaffäre blockiert hat. Das Schriftstück liegt der Stuttgarter Zeitung vor.

Eine Forderung der Kanzlei war es, dass in den Skandal verstrickte Personen die Aufklärung nicht beeinflussen sollen.

Dieser kam der VfB nicht nach. So sind Rainer Mutschler (61, Präsidium), Finanzvorstand Stefan Heim (50) sowie Marketingvorstand Jochen Röttgermann (54) weiter im Amt.

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Zudem soll der VfB Dokumente nicht wie verlangt an Esecon übergeben haben.

Aber besonders ein Vorwurf, der aus dem Bericht hervorgeht, hat es in sich.

Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger (38) soll sich demnach geweigert haben, die IT-Zugänge von Kommunikationschef Oliver Schraft (53) und Marketingleiter Uwe Fischer zu deaktivieren.

Damit sollte einer möglichen Manipulation vorgebeugt werden.

Der VfB-Machtkampf zwischen Thomas Hitzlsperger und Claus Vogt erscheint in einem anderen Licht

Diese Plakate sind inzwischen in ganz Stuttgart zu sehen: Hitzlspergers Konterfei mit dem "Spalter"-Stempel.
Diese Plakate sind inzwischen in ganz Stuttgart zu sehen: Hitzlspergers Konterfei mit dem "Spalter"-Stempel.  © TAG24

Nun könnte man dem VfB Stuttgart vorwerfen, der Klub wolle etwas vertuschen.

Vor allem da Esecon festgestellt hat: Es gibt "umfangreiche Anhaltspunkte dafür", dass der Vorwurf des Datenmissbrauchs gerechtfertigt ist.

Auch erscheint der Machtkampf zwischen Hitzlsperger und Claus Vogt (51) in einem anderen Licht. So verdichten sich die Hinweise darauf, dass Hitzlsperger mit seiner Attacke gegen Vogt den Präsidenten einfach nur loswerden wollte.

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Den Präsidenten, der eine Aufklärung des Datenmissbrauchs überhaupt erst möglich machte.

Somit geht es spätestens jetzt im Stuttgarter Machtkampf nicht mehr ums Präsidentenamt.

Auch nicht um vermeintliche grobe Fehler, die Hitzlsperger Vogt in seinem Brandbrief vorwarf.

Stattdessen stehen die Seilschaften des VfB im Fokus. Und die Verstrickung Hitzlspergers darin.

Für den Meisterspieler von 2007 steht damit längst mehr auf dem Spiel als sein Ruf und das Präsidentenamt. Inzwischen drängt sich nämlich die Frage auf, ob er als Vorstandsvorsitzender noch zu halten ist.

Titelfoto: TAG24

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