Katastrophenstart mit 3:15 Toren und 0 Punkten: VfL Bochum in der Krise, Trainer Thomas Reis wackelt!
Bochum - Fünf Partien, fünf Niederlagen! Der VfL Bochum ist nach der guten Vorsaison denkbar schlecht in die neue Bundesliga-Spielzeit gestartet und steht mit 3:15 Toren sowie null Punkten am Tabellenende.

1:2, 2:3, 0:7, 0:1 und 0:2: Trainer Thomas Reis (48) wartet mit seiner Mannschaft weiter auf den ersten Zähler 2022/23.
Und so langsam drängt die Zeit. Schließlich soll er die Verantwortlichen im Sommer um die Freigabe gebeten haben, weil er mit dem FC Schalke 04 über eine Zusammenarbeit verhandeln wollte und die Knappen ihn dem Vernehmen nach gerne haben wollten.
Das lehnten die VfL-Bosse ab. Nun kommt es für Reis möglicherweise ausgerechnet in Gelsenkirchen (Samstag, 18.30 Uhr) zu einem Endspiel. Denn sollte Bochum auch hier verlieren, dürfte es für den mehrjährigen Erfolgscoach eng werden.
Der hat im Verein trotz der Geschehnisse im Sommer noch ein gutes Standing, immerhin übernahm der frühere Jugendtrainer des VfL Wolfsburg, der auch in Bochum jahrelang in dieser Rolle und der des Profi-Assistenzcoachs tätig war, den Verein Anfang September 2019.
Damals lag man nach fünf Zweitliga-Spieltagen mit 8:12 Toren und nur zwei Zählern auf dem vorletzten Platz. Am Saisonende landete der VfL aber auf einem grundsoliden achten Rang und stieg 2020/21 als Meister in die deutsche Fußball-Eliteklasse auf.

VfL Bochum muss langsam in die Erfolgsspur finden, sonst wird es richtig eng

Hier gelang Reis mit seiner Mannschaft entgegen aller Erwartungen der souveräne Klassenerhalt mit 42 Punkten bei 38:52 Treffern. Bochum lief am Ende auf Position 13 ein.
Doch nun droht der VfL früh den Anschluss ans rettende Ufer zu verlieren. So langsam muss man deshalb in die Erfolgsspur finden. Denn eine große Aufholjagd dürfte mit einer verunsicherten und individuell (für Bundesliga-Verhältnisse) unterdurchschnittlich besetzten Truppe äußerst schwer werden.
Dabei sieht es auch von außen noch so aus, als würden die Spieler ihrem Trainer folgen, beim 0:2 zuletzt gegen den SV Werder Bremen war man anfangs die tonangebende Mannschaft, zeigte sich vor dem gegnerischen Gehäuse allerdings nicht effektiv genug.
Als man zehn Minuten vor Schluss dann zur vermeintlichen 1:0-Führung traf, zählte das Tor nach VAR-Eingreifen berechtigterweise nicht (80. Minute).
Erst ganz spät sorgte SVW-Stürmer Niclas Füllkrug (29) mit seinem Doppelpack (86./90.+2) für die Entscheidung zugunsten der Grün-Weißen und den nächsten Bochumer Rückschlag. Den muss das Team nun schnell abhaken und sich auf das Samstagabendspiel bei den Königsblauen fokussieren.
Titelfoto: dpa/David Inderlied