Transfercoup: VfL Osnabrück schnappt sich Ex-National- und Bundesliga-Spieler!

Osnabrück - Drittliga-Hammer! Der VfL Osnabrück hat sich einen früheren US-Nationalspieler Andrew Wooten (31) verpflichtet. Der Stürmer kommt ablösefrei aus der ersten österreichischen Liga vom FC Admira Wacker Mödling.

Andrew Wooten (31) hatte seine bisher beste Zeit beim SV Sandhausen, für den er in 157 Partien 50-mal traf und 13 Assists gab.
Andrew Wooten (31) hatte seine bisher beste Zeit beim SV Sandhausen, für den er in 157 Partien 50-mal traf und 13 Assists gab.  © dpa/Uwe Anspach

169-fache Zweitliga-Spieler (52 Tore, 13 Vorlagen) sagte auf der Vereinswebsite: "Ich freue mich wirklich sehr, wieder in Deutschland auf Torejagd gehen zu können. Der VfL ist eine spannende Herausforderung. Wir haben eine Mannschaft mit vielen jungen Talenten und erfahrenen Spielern. Ich möchte meine persönlichen Erfahrungen weitergeben, mich für das Team auf und neben dem Platz einbringen und dabei gerne auch eine Führungsrolle einnehmen – und natürlich auch möglichst viele Tore erzielen!"

Der Ex-Hansa-Profi und neue VfL-Sportdirektor Amir Shapourzadeh (38) sagte: "Seine große Erfahrung wird unserer neu zusammengestellten Mannschaft mit vielen jungen Spielern extrem gut tun. Er ist einer, der auf dem Platz vorangeht und der auch in der Kabine eine wichtige Rolle als Motivator spielen wird."

Allerdings kam Wooten in den zurückliegenden zwei Jahren nicht mehr an seine Leistungen aus seiner Zeit beim SV Sandhausen heran (157 Partien, 50 Treffer, 13 Assists). In Österreich erzielte er für den Tabellenvorletzten Mödling nur drei Treffer in 19 Einsätzen und gab obendrauf zwei Vorlagen. Zuvor hatte er sich auch in der US-amerikanischen Major League Soccer nicht behaupten können.

VfL Osnabrück holt Markus Feldhoff als neuen Trainer
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Hier kam er für Philadelphia Union in 28 Spielen nur auf ein Tor, legte zudem zweimal auf. Doch gegen den früheren Bielefelder Kacper Przybylko (28) und Sergio Santos (26) konnte er sich nicht behaupten. Dabei hatte er in der Vorsaison (2018/19) stolze 17-mal für den SVS in der 2. Bundesliga eingenetzt und wechselte daher mit viel Selbstvertrauen in die USA.

VfL Osnabrück verkündet die Verpflichtung von Andrew Wooten

FC Admira Wacker Mödling hat dem Wechselwunsch von Andrew Wooten entsprochen

Andrew Wooten erzielte sein einziges Bundesliga-Tor für den 1. FC Kaiserslautern

Sein einziges Bundesliga-Tor: Andrew Wooten (31, M.) überwindet Hertha-Keeper Thomas Kraft (32, r.) am 21. April 2012 und trifft zum 2:0 für den 1. FC Kaiserslautern.
Sein einziges Bundesliga-Tor: Andrew Wooten (31, M.) überwindet Hertha-Keeper Thomas Kraft (32, r.) am 21. April 2012 und trifft zum 2:0 für den 1. FC Kaiserslautern.  © imago images/Matthias Koch

Zudem war er sogar mal Nationalspieler. Denn Jürgen Klinsmann (56) setzte ihn am 14. Oktober 2015 im Testspiel der Vereinigten Staaten gegen Costa Rica (0:1) ein. Weitere Einsätze kamen jedoch nicht hinzu.

Auch seine Karriere verlief keineswegs geradeaus. Der gebürtige Bamberger wurde beim 1. FC Kaiserslautern und VfL Wormatia Worms ausgebildet, brauchte mehrere Jahre, ehe er den Sprung vom Jugend- in den Männerbereich wirklich geschafft hatte.

2011/12 erzielte er für die zweite Mannschaft der Roten Teufel 15 Treffer in 29 Einsätzen und gab vier Vorlagen. In der Folgesaison begeisterte er mit 20 Buden in 24 Spielen ebenfalls und kam deshalb sogar siebenmal in der 1. Bundesliga zum Einsatz, wo er sein bis heute einziges Tor erzielte.

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Im Kellerduell bei Hertha BSC am 21. April 2012 netzte er zum zwischenzeitlichen 2:0 ein. Am Ende siegte der FCK mit 2:1, konnte den Abstieg aber nicht mehr verhindern.

Wooten schloss sich dann im Sommer dem SVS an, wurde aber noch einmal (unglücklich) für ein halbes Jahr nach Kaiserslautern und anschließend an den FSV Frankfurt ausgeliehen. Erst im Sommer 2014 wechselte er endgültig nach Sandhausen und war hier fünf Jahre lang mit für den Klassenerhalt verantwortlich, obwohl er bis auf seine letzte Saison nie als echter Goalgetter in Erscheinung trat.

VfL Osnabrück muss gewaltigen Kader-Umbruch bewerkstelligen

Sebastian Kerk (27, l.) und Etienne Amenyido (23) haben den VfL Osnabrück beide verlassen, brachten ihrem Klub aber immerhin eine Ablösesumme ein.
Sebastian Kerk (27, l.) und Etienne Amenyido (23) haben den VfL Osnabrück beide verlassen, brachten ihrem Klub aber immerhin eine Ablösesumme ein.  © dpa/Friso Gentsch/Marius Becker

Deshalb planen die Lila-Weißen auch nicht nur mit ihm, sondern haben den Vertrag mit Marc Heider (35) verlängert und auch den hungrigen Felix Higl (24) vom SSV Ulm aus der Regionalliga Südwest geholt, der mit 22 Toren sowie acht Vorlagen in 45 Einsätzen auf sich aufmerksam machte und 1,94 Meter Gardemaß mitbringt.

Auch Ba-Muaka Simakala (24) hat viel Potenzial. Der vielseitig einsetzbare Angreifer netzte für den SV Rödinghausen in der Regionalliga West 14-mal ein und gab fünf Assists in 39 Partien. Aus der eigenen U19 rückt zudem Tom Bertelsmann (19) nach.

Mit Oliver Wähling (21) kommt darüber hinaus ein gut ausgebildeter Zehner vom 1. FSV Mainz 05 II. Ebenfalls fürs Zentrum, aber etwas defensiver ausgerichtet ist Lukas Kunze (23), der in Rödinghausen unumstrittener Stammspieler und Leistungsträger war (38 Partien).

Mit Omar Traore (23) lockte man einen veranlagten Rechtsverteidiger vom KFC Uerdingen an die Bremer Brücke, mit Davide Itter (22) ein großes Talent für die Außenbahn vom VfL Wolfsburg II. Hinzukommt Innenverteidiger Luis Spekelmeyer (19) aus der eigenen Jugend.

Andererseits muss Osnabrück auch viele schwerwiegende Abgänge kompensieren. Etienne Amenyido (23, FC St. Pauli, 400.000 Euro Ablöse) und Sebastian Kerk (27, Hannover 96, 50.000 Euro Ablöse) brachten immerhin ein wenig Geld ein.

Maurice Multhaup (24) und Bryan Henning (26, beide zu Mitabsteiger Eintracht Braunschweig), Adam Susac (32, FSV Zwickau), Christian Santos (33), Ken Reichel (34), Kevin Wolze (31), David Blacha (30), Konstantin Engel (32), Jay-Roy Grot (23), Marc Auge (20, alle vereinslos), Ludovit Reis (21, vor Wechsel zum HSV), Moritz Nicolas (23, Leih-Rückkehr zu Borussia Mönchengladbach), Sebastian Müller (20, Leih-Rückkehr zu Arminia Bielefeld), Niklas Schmidt (23) und Luc Ihorst (beide Leih-Rückkehr zum SV Werder Bremen) werden nicht mehr für Osnabrück auflaufen.

Titelfoto: dpa/Uwe Anspach

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