Chaos um Max Kruse geht in die nächste Runde: Starstürmer muss als "Torwart-Trainer" ran

Wolfsburg - Er ist ins Wölfe-Training zurückgekehrt! Zwar darf Max Kruse (34) nicht mehr für den VfL Wolfsburg spielen, dafür ist der Starstürmer bei fast allem anderen seit Dienstag zumindest am Rande wieder dabei.

Max Kruse (34, l.) schoss beim Vormittagstraining die Torhüter warm - abseits von den anderen Feldspielern (hinten).
Max Kruse (34, l.) schoss beim Vormittagstraining die Torhüter warm - abseits von den anderen Feldspielern (hinten).  © dpa/Julian Stratenschulte

Beim Vormittagstraining wurde er allerdings zeitweise zu den Torwartübungen geschickt. Am frühen Nachmittag unterstützte er dann ein besonderes soziales Engagement der Niedersachsen.

Einmal im Jahr arbeiten die Spielerinnen und Spieler bei ausgewählten Projekten in der Region mit. Einige teilten im Wolfsburger Krankenhaus das Essen mit aus, andere verschönerten das Außengelände einer Kita.

Kruse gehörte gemeinsam mit Nationalstürmerin Alexandra Popp (31) und dem kroatischen Neueinkauf Bartol Franjic (22) zu der Gruppe, die in einer Tierheilpraxis in dem kleinen Örtchen Bokelberge im Landkreis Gifhorn einen Zaun und Nistkästen für Vögel bauten.

Nach Aus beim VfL Wolfsburg: Jetzt meldet sich Max Kruse
VfL Wolfsburg Nach Aus beim VfL Wolfsburg: Jetzt meldet sich Max Kruse

Der VfL und der frühere deutsche Nationalspieler befinden sich in einer Art Schwebezustand, seit Coach Niko Kovac (50) und die sportliche Leitung ihm am Tag vor dem 1:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt mitteilten, dass er ab sofort kein Spiel mehr für den Verein bestreiten werde.

Innerhalb Deutschlands oder in eine andere Top-Liga darf er bis zum Winter nicht wechseln. Nach Griechenland oder Saudi-Arabien will Kruse nicht. Und Verhandlungen über eine Auslösung seines bis 2023 gültigen Vertrags lassen sich auch nicht in wenigen Minuten abschließen, denn es geht dabei um eine Abfindung in Millionen-Höhe.

VfL-Coach Niko Kovac (48) machte deutlich, dass Max Kruse (34, nicht im Foto) nicht mehr für Wolfsburg spielen wird.
VfL-Coach Niko Kovac (48) machte deutlich, dass Max Kruse (34, nicht im Foto) nicht mehr für Wolfsburg spielen wird.  © dpa/Julian Stratenschulte

Max Kruse half als einziger Feldspieler beim Torwarttraining des VfL Wolfsburg mit

Max Kruse (34) ließ sich beim Training nicht die Laune verderben.
Max Kruse (34) ließ sich beim Training nicht die Laune verderben.  © dpa/Julian Stratenschulte

Also gehört der Angreifer weiter formal zum Team und hat deshalb auch ein Anrecht, am Training dieses Teams teilzunehmen. Dass er dort nur noch eine Randfigur ist, machte Übungsleiter Kovac am Dienstag schnell klar.

Die Aufwärmübungen und das Abschlussprogramm durfte Kruse mit allen anderen absolvieren. Spielformen und taktische Inhalte dagegen nicht. In dieser Zeit half er als einziger Feldspieler beim Torwarttraining mit - und das vor zahlreichen Medienvertretern, die vor allem seinetwegen gekommen waren.

Kruse, wie er die Ersatztorhüter warm schießt: Diese Bildsprache ist, ob nun bewusst oder unbewusst, auch eine kleine Retourkutsche von Kovac. Denn zu den Hauptvorwürfen des Klubs an Kruse gehört auch, dass dieser sich in den Sozialen Netzwerken sonst selbst ständig inszeniert.

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Als er zusammen mit seiner Frau eine Videoshow bei YouTube startete oder offen darüber plauderte, für sein Millionengehalt quasi nur vier Stunden am Tag zu arbeiten, nahm er zum Ärger von VfL und VW auch keine Rücksicht auf die angespannte Situation bei seinem Verein und dessen Mutterkonzern.

Der frühere Wolfsburger Meistertrainer Felix Magath (69) hält Kruses Ausbootung deshalb auch für richtig. "Ein Spieler kann so gut sein, wie er will: Wenn er sich nicht einfügen will, dann kann er für den Verein nicht spielen", sagte der 69-Jährige in einem Interview von ran.de.

Felix Magath (69) sprang VfL-Coach Niko Kovac (48) in einem Interview zur Seite.
Felix Magath (69) sprang VfL-Coach Niko Kovac (48) in einem Interview zur Seite.  © dpa/Daniel Bockwoldt

"Ich denke, Niko Kovac wird jedem Spieler das Angebot gemacht haben, mit ihm zu arbeiten und mit ihm erfolgreich zu sein. Wenn dann Spieler im Kader stehen, die eigene Vorstellungen haben und glauben, so gut zu sein, dass sie nur das machen müssen, was sie für richtig halten, hat der Trainer ein Problem." Kovac habe "alles richtig gemacht" und der VfL müsse "in so einem Fall den Trainer stärken".

Titelfoto: dpa/Julian Stratenschulte

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