1. FC Heidenheim gegen SV Werder: Rettet Bremen die verkorkste Saison doch noch?

Heidenheim - Nun zählt es! Der 1. FC Heidenheim und der SV Werder Bremen kämpfen um den letzten freien Platz in der 1. Bundesliga. Nach dem schwachen 0:0 im Hinspiel sind gerade die Gäste von der Weser gefordert, eine deutlich bessere Leistung zu zeigen.

Werder-Stürmer Milot Rashica (M.) kam im Hinspiel überhaupt nicht zur Geltung. Ändert sich das im Rückspiel?
Werder-Stürmer Milot Rashica (M.) kam im Hinspiel überhaupt nicht zur Geltung. Ändert sich das im Rückspiel?  © Martin Meissner/AP POOL/dpa

Denn sonst wird es für Werder richtig eng. Schon im ersten Aufeinandertreffen beider Teams hatte Heidenheim die besseren Chancen, während die Grün-Weißen das Defensivbollwerk des FCH überhaupt nicht knacken konnten, weil man viel zu behäbig und mutlos agierte.

Wenn am heutigen Montag (20.30 Uhr) dann auch noch eine der Heidenheimer Standardsituationen oder ein Konter besser ausgespielt wird, könnte es für die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt richtig brenzlig werden. 

Denn wenn sich seine Truppe nicht wie gegen den 1. FC Köln beim 6:1-Triumph am letzten Bundesliga-Spieltag in einen Rausch spielt, ist der FCH ein Gegner, der den Bremern gefährlich werden kann.

Werder muss nämlich einerseits dem großen psychologischen Druck standhalten, darf andererseits defensiv keine entscheidenden Fehler machen und braucht offensiv mindestens ein Tor, um ein wenig Ruhe zu haben.

Die höhere individuelle Klasse spricht für Bremen, die Inkonstanz und der Saisonverlauf gegen Werder. Doch auch Heidenheim bewies nur einmal, beim 2:1-Erfolg gegen den Hamburger SV, dass man mit einer zusätzlichen mentalen Belastung gut umgehen kann. 

SV Werder Bremen steht psychologisch mehr unter Druck als der 1. FC Heidenheim

Ein typisches Bild aus dem Hinspiel: Bremens Angreifer Yuya Osako (2.v.r.) wurde von Heidenheimer Gegenspielern umringt.
Ein typisches Bild aus dem Hinspiel: Bremens Angreifer Yuya Osako (2.v.r.) wurde von Heidenheimer Gegenspielern umringt.  © Martin Meissner/AP POOL/dpa

Genau dieser Aspekt wird entscheidend sein. Das Team, das besser mit dieser Ausnahmesituation klarkommt, wird sich durchsetzen und nächstes Jahr in der 1. Liga spielen.

An sich hat Heidenheim deutlich weniger zu verlieren, nämlich rein gar nichts! 

Die Mannschaft von Trainer und FCH-Urgestein Frank Schmidt kann nur gewinnen und den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feiern.

Die grundsolide Vorstellung im Hinspiel dürfte zusätzlichen Auftrieb geben. Denn spätestens nach diesen 90 Minuten müssten die Akteure gemerkt haben, dass Bremen zu schlagen ist.

Werder könnte dazu erstmals seit 40 Jahren absteigen. Dieses Wissen macht es für die Grün-Weißen nicht gerade einfacher.

Dennoch gehen die Gäste als leichter Favorit ins Rennen, weil nur einer der veranlagten Offensivspieler um Milot Rashica, Yuya Osaka oder Niclas Füllkrug einen richtig guten Tag erwischen muss.

Ob das allerdings gegen die hochmotivierten Heidenheimer, die eine echte Einheit sind, körperlich wuchtig daherkommen und mit Marc Schnatterer einen großen Standardspezialisten haben, reichen wird, bleibt abzuwarten. Genau deshalb verspricht dieses Relegationsrückspiel auch so viel Spannung.

Titelfoto: Martin Meissner/AP POOL/dpa

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