Aderlass bei Werder geht weiter: Bremen gibt nächsten Leistungsträger ab!

Bremen - Der nächste schwerwiegende Abgang für den SV Werder Bremen! Nach Johannes Eggestein (23) verlässt auch dessen älterer Bruder Maximilian (24) den Klub.

Maximilian Eggestein (24) bringt die Erfahrung von 156 Bundesliga-Spielen mit nach Freiburg.
Maximilian Eggestein (24) bringt die Erfahrung von 156 Bundesliga-Spielen mit nach Freiburg.  © dpa/Carmen Jaspersen

Das Eigengewächs wird sich laut "kicker" dem SC Freiburg anschließen und dort der Ersatz für Baptiste Santamaria (26) sein, den es zurück in seine französische Heimat zu Stade Rennes zog.

Für ihn hätten die Breisgauer angeblich satte 14 Millionen Euro Ablöse kassiert und konnten einen Teil der Summe nun wieder reinvestieren.

Der "Ersatzmann" hat unbestritten viel Potenzial und Qualität. SCF-Trainer Christian Streich (56) kann man durchaus zutrauen, dass er es aus Eggestein wieder herauskitzelt. Denn überragt hat der Achter in den vergangenen Spielzeiten nicht mehr.

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Dabei zeigte er seine Fähigkeiten zuvor oft genug. Er ist spielintelligent, hat sezierende Pässe in seinem Repertoire, ist zweikampfstark und gibt im Mittelfeldzentrum gekonnt den Takt vor. Darüber hinaus verfügt er auch über eine gute Schusstechnik.

Trotz alldem galt er bei den Grün-Weißen auch deshalb immer als Verkaufskandidat, weil er zu den Topverdienern zählt und der Verein bekanntlich klamm bei Kasse ist.

Der einst zur Nationalmannschaft eingeladene, aber nicht zum Einsatz gekommene Hannoveraner bringt überdies viel Erfahrung mit nach Freiburg. Für Werder absolvierte der zentrale Mittelfeldakteur 156 Einsätze (elf Tore, 17 Vorlagen) in der 1. Bundesliga.

Rekordtransfer Baptiste Santamaria (26) hat den SC Freiburg nach elf Monaten schon wieder verlassen.
Rekordtransfer Baptiste Santamaria (26) hat den SC Freiburg nach elf Monaten schon wieder verlassen.  © DPA/Tom Weller

Maximilian Eggestein ist der 15. Abgang beim SV Werder Bremen!

Abschied nach zehn Jahren: Mit Maximilian Eggestein (24) verliert der SV Werder Bremen ein weiteres Eigengewächs.
Abschied nach zehn Jahren: Mit Maximilian Eggestein (24) verliert der SV Werder Bremen ein weiteres Eigengewächs.  © dpa/Carmen Jaspersen

Während sich Freiburg auf einen veranlagten Kicker freuen kann, dürfte die Ernüchterung bei den Werder-Fans immer größer werden.

Schließlich war Eggestein zu Saisonbeginn gesetzt, erzielte in vier Partien ein Tor. Mit ihm geht eine Stütze, dazu wird der Umbruch mitten in der laufenden Spielzeit weiter vorangetrieben.

So langsam muss Manager Frank Baumann (45) liefern und Neuzugänge präsentieren. Denn neben den vielen Abgängen fehlen mit Leonardo Bittencourt (27, Innenband), Kevin Möhwald (28, Sprunggelenk) und Thore Jacobsen (24, Kreuzbandriss) gleich drei Mittelfeldakteure verletzt.

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Auch im Angriff ist die Personaldecke dünn. Zu allem Überfluss wirkten die Bremer in der Abwehr zuletzt wacklig. Der SC Paderborn 07 deckte die Werder-Schwächen beim 4:1-Auswärtserfolg im Weserstadion auf und verschärfte die Sorgen der Anhänger und Verantwortlichen.

Ohne frische Kräfte dürfte der direkte Wiederaufstieg für die Grün-Weißen ein nahezu aussichtsloses Ziel sein.

Coach Markus Anfang (47) hat weiterhin die schwierige Aufgabe, Optimismus zu versprühen, ein schlagkräftiges Team zu formen und die Spieler bei Laune zu halten.

Update 18.15 Uhr: SV Werder Bremen gibt Abschied von Maximilian Eggestein offiziell bekannt

Nun ist es offiziell! Eggestein zieht es nach Freiburg. Der 23-Jährige erhält die Rückennummer acht, über die Vertragsinhalte wurde seitens der beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart.

"Der Abschied aus Bremen fällt mir nicht leicht. Ich war zehn Jahre lang ein Teil dieses Vereins und blicke trotz der letzten zwei Jahre auf viele schöne Momente zurück", erklärte der Mittelfeldspieler auf der Webseite der Bremer. "Ich habe Werder viel zu verdanken, ich habe sehr viele tolle Menschen kennenlernen dürfen. Bremen und Werder wird immer ein Teil in meinem Herzen bleiben. Ich wünsche dem Verein nur das Beste und werde Werder jetzt als Fan weiter verfolgen."

Gleichzeitig freut er sich jedoch auch auf die neue Aufgabe im Breisgau, wie aus einem Statement auf der Seite der Freiburger herauszulesen ist. "Nach zehn Jahren Bremen fällt der Abschied natürlich schwer, aber ich freue mich auch hier zu sein und ein neues Abenteuer zu starten. Ich glaube, der SC passt sportlich zu mir und ich habe ein gutes Gefühl nach den Gesprächen mit den Verantwortlichen." Es entwickele sich "auch mit Blick auf das neue Stadion" viel.

Eggestein möchte nun "diese Entwicklung mitgehen".

Titelfoto: dpa/Carmen Jaspersen

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