Werder Bremen unterliegt Mainz 05 im Abstiegs-Krimi und hadert mit dem VAR

Bremen - Der SV Werder Bremen gerät in ernsthafte Abstiegsnot! Die Norddeutschen verloren am 30. Bundesliga-Spieltag im Kellerduell unglücklich mit 0:1 (0:1) gegen den 1. FSV Mainz 05. Ein annullierter Ausgleichstreffer durch den VAR wird noch für einigen Gesprächsstoff sorgen.

Niclas Füllkrug (M.) kehrte nach seinem Zehenbruch in die Startformation des SV Werder Bremen zurück.
Niclas Füllkrug (M.) kehrte nach seinem Zehenbruch in die Startformation des SV Werder Bremen zurück.  © Carmen Jaspersen/dpa

Adam Szalai erzielte im leeren Weserstadion den Siegtreffer für die Mainzer (1:0/16. Minute).

Nach der krachenden 1:4-Niederlage bei Borussia Dortmund baute Werder-Coach Florian Kohfeldt sein Team auf drei Positionen um. Für Christian Groß (Gelbsperre), Leonardo Bittencourt (verletzt) und Yuya Osako (Bank) rückten Ludwig Augustinsson, Josh Sargent und Niclas Füllkrug in die Startelf.

Gäste-Coach Bo Svensson konnte seine Truppe nach dem Corona-bedingten Ausfall der Partie gegen Hertha BSC ausgeruht aufs Feld schicken, nahm im Vergleich zum 3:2-Sieg gegen den 1. FC Köln aber dennoch zwei Änderungen vor.

Daniel Brosinski und Szalai ersetzten Danny da Costa (persönliche Gründe) und Jonathan Burkardt (Bank) in der Anfangsformation der Nullfünfer.

Die Männer vom Osterdeich wollten gleich von Beginn an zeigen, wer Herr im Haus ist. Sie versuchten die Gäste früh unter Druck zu setzen, ohne sich dabei echte Abschlusschancen zu erspielen.

Mit zunehmender Spieldauer begann der FSV sich langsam freizuschwimmen und kam in der 9. Spielminute zu einem ersten Eckball.

Die Anfangself des SV Werder Bremen im Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05

Die Startformation des 1. FSV Mainz 05 im Bundesliga-Spiel beim SV Werder Bremen

Adam Szalai bringt den 1. FSV Mainz 05 in Führung, VAR an­nul­lie­rt Ausgleichstreffer von Werder Bremen

Die Mainzer bejubeln den 1:0-Führungstreffer von Adam Szalai (M.).
Die Mainzer bejubeln den 1:0-Führungstreffer von Adam Szalai (M.).  © Carmen Jaspersen/dpa

Dieser entwickelte sich allerdings zu einer hochkarätigen Konterchance für die Grün-Weißen, die Milot Rashica jedoch verstolperte (9.).

In der Folge war Bremen weiter spielbestimmend. Doch quasi aus dem Nichts ging Mainz 05 in Führung.

Ein eigentlich harmloser Steilpass wurde gefährlich, weil Milos Veljkovic stolperte, sodass Karim Onisiwo allein auf Jiri Pavlenka zulief. Der Werder-Keeper konnte dessen Flachschuss zwar noch mit einer Fußabwehr entschärfen, doch die Kugel sprang genau vor die Füße von Szalai, der aus zwölf Metern einschob - 0:1 (16.)!

Von dem Schock mussten sich die Hausherren erst einmal erholen. Es dauerte bis zur 30. Minute, bis sich die Bremer die nächste Top-Chance erspielten, doch Füllkrug scheiterte nach feinem Steckpass aus zehn Metern mit einem Flachschuss an Gäste-Keeper Robin Zentner.

Acht Zeigerumdrehungen später hatte der SVW Glück, nicht mit 0:2 in Rückstand geraten zu sein. Nach scharfer Hereingabe vom rechten Flügel kam Leandro Barreiro aus 14 Metern im Strafraum zum Abschluss, den Pavlenka gerade noch parieren konnte (38.).

Kurz vor der Pause erzielte Werder nach einer Ecke den vermeintlichen Ausgleich, jedoch erkannte VAR Felix Zwayer auf Foul an Keeper Robin Zentner, sodass Schiri Marco Fritz den Treffer nach Ansicht der Videobilder zurücknahm (44.) - eine durchaus diskutable Entscheidung. Dann war Halbzeit.

Schiedsrichter Marco Fritz nimmt nach dem Videostudium Werders Tor zum 1:1 zurück - eine Entscheidung, die im Nachhinein für große Diskussionen sorgen könnte.
Schiedsrichter Marco Fritz nimmt nach dem Videostudium Werders Tor zum 1:1 zurück - eine Entscheidung, die im Nachhinein für große Diskussionen sorgen könnte.  © Carmen Jaspersen/dpa

Werder Bremen rennt vergeblich dem Rückstand gegen den 1. FSV Mainz 05 hinterher

Josh Sargent (4.v.l.) bejubelt den vermeintlichen Ausgleichstreffer von Werder Bremen, der im Nachhinein vom VAR aberkannt wurde.
Josh Sargent (4.v.l.) bejubelt den vermeintlichen Ausgleichstreffer von Werder Bremen, der im Nachhinein vom VAR aberkannt wurde.  © Carmen Jaspersen/dpa

Der SV Werder wurde nach der Pause gleich mit einem Knalleffekt geweckt. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld setzte sich Szalai in der Box mit Leichtigkeit gegen Marco Friedl durch und donnerte das Spielgerät aus der Drehung aus acht Metern an die Unterkante der Latte (48.).

Zehn Minuten später kam Maximilian Eggestein nach einer Ecke aus dem Rückraum zum Schuss, den er jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei setzte (58.).

Quasi im Gegenzug hatten die Nullfünfer erneut die Riesenchance ihre Führung auszubauen, aber Onisiwo scheiterte erneut an Pavlenka (60.).

Nach einer hektischen Phase beruhigte sich das Spiel ein wenig. Die Werderaner rannten zwar immer wieder an, konnten sich aber keine klaren Torchancen erspielen.

In der Schlussphase warfen sie noch einmal alles nach vorne und brachten mit Davie Selke, Romano Schmid und Eren Dinkci frische Offensivkräfte ins Spiel, doch die Gäste aus Rheinland-Pfalz stemmten sich mit aller Macht gegen den drohenden Ausgleich und retteten den Sieg über die Ziellinie.

Für den SVW geht es am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) mit einem schweren Auswärtsspiel beim 1. FC Union Berlin weiter. Auf die Mainzer wartet zeitgleich (Sky) ein Kracher: Sie empfangen den designierten Meister FC Bayern München in der heimischen Opel Arena.

Titelfoto: Carmen Jaspersen/dpa

Mehr zum Thema Werder Bremen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0