SV Werder geht erneut baden: In dieser Form wird Bremen erstmals seit 40 Jahren absteigen!

Bremen - So wird das nichts mit dem Klassenerhalt für den SV Werder Bremen! Es droht nach der Saison 1979/80 der erste Abstieg seit 40 Jahren. Der norddeutsche Traditionsverein fiel beim Bundesliga-Neustart am Montagabend nach der Corona-Pause nämlich in alte Muster zurück. 

Tristesse im Weserstadion: Werder Bremen unterlag Bayer 04 Leverkusen deutlich mit 1:4.
Tristesse im Weserstadion: Werder Bremen unterlag Bayer 04 Leverkusen deutlich mit 1:4.  © Stuart Franklin/Getty-Pool/dpa

Es gab am Ende eine deftige 1:4-Packung im gähnend leeren Weserstadion gegen Bayer 04 Leverkusen, was die Hoffnung auf baldige Besserung erheblich dämpfte.

Denn der Werkself reichte eine konzentrierte Leistung für diesen deutlichen Erfolg, der mit etwas mehr Konsequenz sogar noch höher hätte ausfallen können.

Werder kombinierte zwar immer wieder ansehnlich, doch die große Verunsicherung war der Mannschaft anzumerken. Dennoch halten die Bremer weiter an Trainer Florian Kohfeldt fest.  

Geschäftsführer Frank Baumann erklärte nach der Begegnung: "Ich habe sehr häufig betont, dass wir von Florian absolut überzeugt sind. Er ist für diese Situation, für diese Mannschaft und für diesen Verein der richtige Trainer", so der Ex-Profi am Dienstag.

Dennoch erkannte auch der 28-fache deutsche Nationalspieler: "Es ist ein Spiegelbild der bisherigen Saison, dass wir in den entscheidenden Szenen zu nachlässig waren. Wir haben zu viele Abstimmungsprobleme, die wir dringend abstellen müssen."

Denn die Hausherren bewiesen in der Abwehr erneut, dass sie in dieser Saison bisher nicht bundesligatauglich sind.

Werder Bremens Coach Florian Kohfeldt hebt weiterhin die positiven Aspekte hervor

SVW-Coach Florian Kohfeldt wirkt ratlos, hebt aber weiterhin die positiven Aspekte hervor.
SVW-Coach Florian Kohfeldt wirkt ratlos, hebt aber weiterhin die positiven Aspekte hervor.  © Stuart Franklin/Getty-Pool/dpa

Die Abstände waren gewaltig, den spielstarken Leverkusener Angreifern wurde (viel zu) viel Platz gewährt, sodass es nur eine Frage der Zeit war, bis die Tore fallen würden.

Wenn man bedenkt, dass Bremen defensiv Spieler wie Kevin Vogt, Niklas Moisander und Milos Veljkovic, dazu noch Sebastian Langkamp (Bank) und Ömer Toprak (Trainingsrückstand nach Verletzung), in den eigenen Reihen hat, die ihre Erstliga-Qualitäten allesamt (über Jahre hinweg) nachgewiesen haben, muss man sich über die Defensivschwäche wundern.

Denn die Art der Fehler stimmt ebenso bedenklich, wie die 59 Gegentreffer in 25 Partien - kein anderes Team in Deutschlands Eliteklasse hat bislang mehr Tore kassiert! Das ist die Bilanz eines Absteigers.

Dennoch gibt Kohfeldt weiterhin nicht auf: "Wir haben vorher gesagt, dass es heute kein Endspiel wird. Das war kein K.o.-Schlag", betont der 37-Jährige gebetsmühlenartig.

"Ich kann jetzt nicht auf die Mannschaft eindreschen. Wir müssen das Positive behalten, sonst wird es nicht gehen", erklärte der Fußballlehrer, der hinzufügte: "Wir müssen auf unser Offensivspiel vertrauen, das wird der Schlüssel sein."

SV Werder Bremen ist die Schießbude der Liga und offensiv schwach: Kehrtwende ist nicht in Sicht!

Diese Gesichter sprechen Bände: Die Spieler des SV Werder Bremen waren nach dem 1:4 am Montagabend sichtlich bedient.
Diese Gesichter sprechen Bände: Die Spieler des SV Werder Bremen waren nach dem 1:4 am Montagabend sichtlich bedient.  © Stuart Franklin/Getty-Pool/dpa

Doch im Angriff hakt es genauso. Gerade mal 28 eigene Tore (nur Fortuna Düsseldorf hat noch eines weniger erzielt) hat Werder in der Liga geschossen, die kümmerliche 18 Punkte einbrachten.

Der Rückstand auf Platz 15 und den 1. FSV Mainz 05 beträgt damit schon neun Zähler, nur dank Fortuna Düsseldorfs ebenfalls schwacher Saison ist Bremen noch immer in Schlagdistanz zum Abstiegsrelegationsplatz 16, auf den man fünf Punkte Rückstand hat.

Diese Situation nagt auch an den veranlagten Offensivleuten erkennbar. Bezeichnend: Der schwach agierende Davie Selke verpasste bei einer Überzahlsituation den Moment des Abspiels auf den unglücklichen Milot Rashica, bediente dann Maximilian Eggestein mit einem schlechten Pass, sodass auch diese Großchance verpuffte (62.).

Und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Obwohl es im hektischen Fußballgeschäft durchaus löblich ist, dass Bremen seinem Trainer auch weiterhin das Vertrauen schenkt und sich gegen eine Entlassung Kohfeldts entscheidet, wirkt es doch so, als sei der Coach mit der äußerst schwierigen Lage überfordert und mittlerweile verständlicherweise auch ein wenig ratlos.

Das Team scheint dabei dringend neue Impulse zu brauchen. Allerdings könnte es dafür bald zu spät sein. Denn Bremen läuft für eine mögliche Aufholjagd die Zeit davon ...

Titelfoto: Stuart Franklin/Getty-Pool/dpa

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