Werder Bremen vor ungewissem Start in 2. Liga: Kann der Wiederaufstieg gelingen?

Bremen - Die Vorbereitung ist in vollem Gange! Der SV Werder Bremen muss sich dabei auf eine neue Spielklasse und neue Herausforderungen einstellen. Kann der direkte Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga trotzdem gelingen?

Stürmer Niclas Füllkrug (28) wird wohl weiter für Werder Bremen auf Torejagd gehen. Bleibt der verletzungsgeplagte Angreifer endlich mal fit, besitzt er für diese Spielklasse herausragende Fähigkeiten.
Stürmer Niclas Füllkrug (28) wird wohl weiter für Werder Bremen auf Torejagd gehen. Bleibt der verletzungsgeplagte Angreifer endlich mal fit, besitzt er für diese Spielklasse herausragende Fähigkeiten.  © dpa/Carmen Jaspersen

Der Aderlass ist bislang erstaunlich gering ausgefallen. Mit Milot Rashica (25, für elf Millionen Euro zum Premier-League-Aufsteiger Norwich City FC), Niklas Moisander (35, Malmö FF) und Theodor Gebre Selassie (34, Slovan Liberec) verließen lediglich drei Stammkräfte den Verein, von denen zwei aufgrund ihres hohen Fußballeralters wohl auch ohne Abstieg nicht mehr lange geblieben wären.

Hinzukommen Patrick Erras (26, Holstein Kiel), Davie Selke (26, Leih-Rückkehr zu Hertha BSC), Benjamin Goller (22, Leihe zum SV Darmstadt 98) und Yannik Engelhardt (20, Leihe zum SC Freiburg II).

Andererseits sind Leistungsträger wie Keeper Jiri Pavlenka (29), Marco Friedl (23), Ludwig Augustinsson (27), Maximilian Eggestein (24), Leonardo Bittencourt (27) und Niclas Füllkrug (28) noch an Bord.

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Vermutlich werden aber nicht alle von ihnen bleiben, die meisten wurden bereits mit anderen Klubs in Verbindung gebracht. Es könnte sich im grün-weißen Kader daher noch einiges tun.

Allerdings ist genau das eine Chance für die vielen herausragenden Nachwuchstalente des SVW.

Zusammenfassung des Testspiels SV Werder Bremen gegen Zenit St. Petersburg

Highlights von Werder Bremens Testspielsieg gegen ZSKA Sofia

Eren Dinkci, Nick Woltemade, Jean Manuel Mbom und Johannes Eggestein: Werder hat viele Top-Talente!

Gelingt Eren Sami Dinkci (19, 2.v.l.) in der neuen Saison der Durchbruch? Die Anlangen dafür hat das Sturmjuwel definitiv.
Gelingt Eren Sami Dinkci (19, 2.v.l.) in der neuen Saison der Durchbruch? Die Anlangen dafür hat das Sturmjuwel definitiv.  © dpa/Torsten Silz

Ob Eren Sami Dinkci (19) oder Nick Woltemade (19) im Sturm, Niklas Schmidt (23) und Romano Schmid (21) im offensiven Mittelfeld, Abdenego N'Lola Nankishi (19) und Kebba Badjie (21) auf den Flügeln oder Jean Manuel Mbom (21), Thore Jacobsen (24) und Ilia Gruev (21) im Mittelfeldzentrum: Werder verfügt über viele gute Eigengewächse, die den Sprung schaffen können.

Allen wird das vermutlich nicht gelingen. Doch gerade Dinkci, Mbom und auch Johannes Eggestein (23) ist der endgültige Durchbruch in dieser Saison zuzutrauen. Dass Werders Juwelen unter dem neuen Coach Markus Anfang (47) bereits in ansprechender Frühform sind, belegen die Vorbereitungsspiele.

Zuletzt gab es gegen den russischen Meister Zenit St. Petersburg ein 2:2. Dabei verspielten die Bremer allerdings eine 2:0-Führung, die Dinkci und Füllkrug vor der Pause herausgeschossen hatten.

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Zuvor wurde der bulgarische Spitzenklub ZSKA Sofia dank Johannes Eggesteins Treffer mit 1:0 bezwungen. Auch die beiden vorangegangenen Testkicks entschieden die Bremer für sich. Dank Schmids Doppelpack, Füllkrugs und Woltemades Tor besiegten die Grün-Weißen den Regionalligisten VfB Oldenburg mit 4:0.

Der Aufgalopp beim Oberligisten TuS Blau Weiß Lohne wurde ebenfalls standesgemäß mit 7:0 für sich entschieden. Mit dem Lokalrivalen FC Oberneuland, vor allem aber dem niederländischen Spitzenverein Feyenoord Rotterdam hat Werder vor dem Saisonstart zwei weitere Prüfsteine vor der Brust.

Bekommt Werders neuer Coach Markus Anfang (47) frischen Wind und mehr Selbstvertrauen in seine Mannschaft?
Bekommt Werders neuer Coach Markus Anfang (47) frischen Wind und mehr Selbstvertrauen in seine Mannschaft?  © dpa/Carmen Jaspersen/dpa-Pool

Anthony Jung, Lars Lukas Mai und Nicolai Rapp sollen Werder Bremens Defensive stabilisieren

Die Abwehrspieler Lars Lukas Mai (21, l.) und Anthony Jung (29) sollen eine Gegentorflut wie in der vergangenen Saison verhindern.
Die Abwehrspieler Lars Lukas Mai (21, l.) und Anthony Jung (29) sollen eine Gegentorflut wie in der vergangenen Saison verhindern.  © dpa/Peter Kneffel/Michael Bahlo

Dabei kann Anfang trotz des schmalen finanziellen Budgets auch auf einige Neuzugänge zurückgreifen. Innenverteidiger-Talent Lars Lukas Mai (21) wurde vom großen FC Bayern München ausgeliehen. Er muss allerdings konstanter werden, wenn er bei den Bremern eine tragende Rolle einnehmen will.

Bei den Lilien verschuldete er in der Vorsaison noch einige Gegentreffer zu viel. Aus diesen Rückschlägen hat er hoffentlich seine Lehren gezogen.

Darüber hinaus wurde mit Anthony Jung (29) ein erfahrener und vielseitig einsetzbarer Defensivmann geholt, der zuletzt mit Bröndby IF Kopenhagen dänischer Meister wurde, einst für RB Leipzig die Schuhe schnürte und beim FC Ingolstadt 04 in der 1. Bundesliga aktiv war. Er kann im Abwehrzentrum und auf beiden Positionen auf der linken Seite spielen.

Mit Nicolai Rapp (24, vom 1. FC Union Berlin) holte Werder einen weiteren Defensivspezialisten, der dem zentralen Mittelfeld und der Innenverteidigung Stabilität verleihen kann. Davon abgesehen setzen die Bremer auf eine Mischung aus Talenten, langjährigen SVW-Profis und Leih-Rückkehrern, die sich nun neu beweisen können.

Ob das reicht, um ganz oben mitzuspielen, bleibt abzuwarten. Zumal sich mit ziemlicher Sicherheit noch einiges im Kader tun wird. Das grün-weiße Grundgerüst ist für diese Spielklasse allerdings exzellent und eine sehr gute Ausgangslage.

Titelfoto: dpa/Carmen Jaspersen/dpa-Pool

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