Thomas Schaaf sauer über Werder-Abschiedsbegründung: "Kann ich in keiner Weise so stehen lassen"

Bremen - Dieser Abschied war gar nicht nach seinem Geschmack! Thomas Schaaf (60) hat verärgert auf sein Ende als Technischer Direktor des SV Werder Bremen und vor allem auf die offizielle Begründung des Vereins dafür reagiert.

Thomas Schaaf (60) ist mit der Abschiedsbegründung des SV Werder Bremen nicht einverstanden.
Thomas Schaaf (60) ist mit der Abschiedsbegründung des SV Werder Bremen nicht einverstanden.  © dpa/Carmen Jaspersen

Die Trainerlegende erklärte gegenüber der Deichstube: "Ich bin total baff, ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen."

Er fügte hinzu: "Ich bin nicht beleidigt, dass ich keinen neuen Vertrag bekommen habe. Aber ich will, dass die Fakten richtig dargestellt werden und nicht der Eindruck entsteht, ich hätte irgendwelche übertriebenen und nicht erfüllbaren Gehaltsforderungen."

Schaaf war von 1978 bis 1995 Profi und von 1999 bis 2013 Cheftrainer bei den Grün-Weißen. In dieser Funktion gewann er 2004 mit Werder auch das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal.

Eklig? Dieser Zweitliga-Kicker trinkt täglich 14 rohe Eier
Werder Bremen Eklig? Dieser Zweitliga-Kicker trinkt täglich 14 rohe Eier

2018 kehrte er zu seinem Herzensverein als Technischer Direktor zurück, der für die Ausbildung von Trainern und Jugendspielern zuständig war.

Am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison übernahm er sogar für 90 Minuten noch einmal die Bundesliga-Mannschaft, konnte den Abstieg allerdings nicht verhindern.

Am Montag gaben die Bremer dann bekannt, Schaafs Vertrag nach dem Erstliga-Abstieg vor allem aus wirtschaftlichen Gründen nicht verlängern zu können.

Frank Baumann: "Konnten ihm kein Angebot machen, selbst nicht zu drastisch reduzierten Konditionen"

Werder Bremens Geschäftsführer Baumann (45) hat reagiert und die schwierige finanzielle Lage in den Mittelpunkt gerückt.
Werder Bremens Geschäftsführer Baumann (45) hat reagiert und die schwierige finanzielle Lage in den Mittelpunkt gerückt.  © dpa/Carmen Jaspersen/dpa-Pool

"Das kann ich in keiner Weise so stehen lassen. Es ging in dem Gespräch mit Frank Baumann gar nicht um die finanzielle Seite", sagte Schaaf.

"Ich wäre für viele Dinge sehr offen gewesen, ich kenne doch unsere finanzielle Situation. Wir haben schon längst auf Gehalt verzichtet und Einsparungen vorgenommen."

Außerdem betonte er: "Wenn es mir wirklich um den wirtschaftlichen Aspekt gegangen wäre, hätte ich das vor drei Jahren gar nicht gemacht. Da lagen mir ganz andere Angebote vor."

Werder nur mit Remis! Hannover trotzt Eigentor und punktet zum Start in Bremen
Werder Bremen Werder nur mit Remis! Hannover trotzt Eigentor und punktet zum Start in Bremen

Werder-Geschäftsführer Baumann (45) wies diese Aussagen am Mittwoch zurück. "Wir konnten ihm einfach kein Angebot machen, selbst nicht zu drastisch reduzierten Konditionen. Es war nie davon die Rede, dass er zu hohe finanzielle Forderungen stellt. Ich habe nie gesagt, dass Thomas um Geld gepokert hat", sagte der ehemalige Spieler von Schaaf der Bild-Zeitung.

"Viele haben offenbar immer noch nicht verstanden, in welch kritischer wirtschaftlicher Situation wir stecken. Wir müssen in allen Bereichen drastisch Kosten sparen und haben trotz großer Kraftanstrengungen noch nicht alle Ziele erreicht."

Titelfoto: dpa/Carmen Jaspersen

Mehr zum Thema Werder Bremen: