Wiese-Eklat im Werder-Stadion! Ex-Keeper fliegt aus der VIP-Loge und wütet: "Passt zum Verein!"

Bremen - Pleiten, Pech und Rausschmiss! Das 109. Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV (0:2) konnten die Gäste für sich entscheiden. Beim Heimteam ging hingegen einiges schief - und das nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf der Tribüne. Mittendrin statt nur dabei: Ex-Keeper Tim Wiese (39)!

Keeper Tim Wiese (39) traute seinen Augen kaum. Wegen eines fehlenden VIP-Bändchens wurde er der VIP-Loge verwiesen.
Keeper Tim Wiese (39) traute seinen Augen kaum. Wegen eines fehlenden VIP-Bändchens wurde er der VIP-Loge verwiesen.  © Susann Prautsch/dpa

Der 39-Jährige wollte sich am Samstagabend zum Topspiel der 2. Bundesliga unter die 21.000 Zuschauer und somit coronabedingt ausverkauften Wohninvest Weserstadion mischen.

Um genau zu sein, sollte es standesgemäß eine Loge werden.

Bei dem Versuch diese zu erreichen, soll es laut der Bild dann jedoch zum Eklat gekommen sein.

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Da es die Loge eines Freundes des ehemaligen Nationalkeepers gewesen sei und dem extravaganten Ex-Profi und seinen Begleitpersonen die zugehörigen VIP-Bändchen gefehlt haben sollen, nahm die unrühmliche Posse ihren Lauf.

Eine Werder-Mitarbeiterin nahm es besonders genau und konnte über das Fehlen der Bändchen bei der Bremer Ikone nicht hinwegsehen. Sie rief die Security und auch diese machte Dienst nach Vorschrift.

Der Logeninhaber höchstpersönlich soll beteuert haben, dass Wiese und seine Freunde seine Gäste seien, doch Vorschrift blieb Vorschrift.

Wiese ohne Bändchen? Du kommst hier net rein!

Auf dem Rasen war Tim Wiese (39, M) immer ein Grenzgänger - gerade auch in den rassigen Derbys gegen den HSV.
Auf dem Rasen war Tim Wiese (39, M) immer ein Grenzgänger - gerade auch in den rassigen Derbys gegen den HSV.  © picture alliance / dpa

Für den Mucki-Mann Wiese ein Eklat, den er selbstredend nicht auf sich sitzen lassen wollte. Schließlich war er in den noch großen Zeiten - weit vor dem jüngsten Zweitliga-Absturz - eines der Erfolgs-Gesichter des Klubs.

Und so soll es zunächst zu einem Wortgefecht mit anschließendem Gerangel gekommen sein.

Letztlich wurde der gebürtige Bergisch-Gladbacher vor den Augen zahlreicher Zuschauer nach draußen begleitet.

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Gegenüber dem Blatt äußerte er sich inzwischen auch zu dem Vorfall. Es sei "komplett überzogen" gewesen so der Hobby-Wrestler und weiter: "Die Aktion passt zum Spiel und zum Verein. Einfach nur lachhaft. Ich habe mich gefühlt wie ein Aussätziger!"

Und das Spiel der Werderaner war tatsächlich alles andere als glücklich. 0:2 musste man sich gegen den großen Rivalen im ersten Nordderby außerhalb der 1. Bundesliga geschlagen geben. Die Niederlage wurde durch einige unglückliche Situationen begünstigt.

Kapitän Christian Groß bekam noch im ersten Durchgang einen Feldverweis, nachdem er völlig übermotiviert und gelb vorbelastet HSV-Schlussmann Heuer Fernandes von den Beinen grätschte (31.). Zuvor hatte Robert Glatzel bereist in der 2. Minute zum 1:0 für den HSV getroffen. Doch es kam noch dicker.

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Der HSV gewann das erste Nordderby der Zweitligageschichte.
Der HSV gewann das erste Nordderby der Zweitligageschichte.  © Carmen Jaspersen/dpa

So hat Neuzugang Ducksch Heuer Fernandes einen Freistoß bildhübsch in die Maschen gehangen (42.). Ausgleich? Denkste!

Leverkusen-Leihgabe Mitchell Weiser (27) lief kurz vor Ausführung unerlaubterweise in die HSV-Mauer - das Tor wurde aberkannt und Weiser gab nach dem Spiel sogar zu, die Regel nicht einmal gekannt zu haben.

Zu allem Überfluss erhöhten die "Rothosen" durch Moritz Heyer noch in der Nachspielzeit des ersten Durchganges auf 2:0 aus Sicht der Gäste (45.+1).

Alles in allem ein trister Derby-Abend für die Werder-Raute. Der Logen-Zoff um Tim Wiese ist dabei wohl tatsächlich sinnbildlich.

Insgesamt elf Nordderbys verbrachte dieser zwischen 2005 und 2012 zwischen den Bremer Pfosten. Seine Bilanz lässt sich dabei mehr als sehen: Sechs Siege, drei Niederlagen und zwei Remis.

Eine gute, alte und vergangene grün-weiße Zeit.

Titelfoto: Susann Prautsch/dpa, Carmen Jaspersen/dpa

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