Wegen Corona-Transfer: Klaassen-Berater verklagt Werder Bremen

Bremen - Der Berater von Davy Klaassen (28) verklagt den SV Werder Bremen! Es geht um 250.000 Euro Provision, welche die Agentur noch von den Grün-Weißen verlangt. Jetzt geht der Streit vor das Bremer Landgericht.

Der Ex-Bremer Davy Klaassen (28, l.) zieht gegen seinen früheren Arbeitgeber vor Gericht. Wird der Niederländer auch da Grund zum Jubeln haben?
Der Ex-Bremer Davy Klaassen (28, l.) zieht gegen seinen früheren Arbeitgeber vor Gericht. Wird der Niederländer auch da Grund zum Jubeln haben?  © Peter Dejong/ap/dpa

Kostet die Corona-Pandemie den Verein von der Weser noch mehr als bisher gedacht? Wie der zuständige Werder-Direktor für Personal- und Rechtsfragen Tarek Brauer (42) gegenüber der Deichstube bestätigte, fordert die Beratungsagentur des niederländischen Nationalspielers einen ausstehenden Geldbetrag ein.

Wenn es nach der Agentur Essel Sport Management geht, wechselte der Mittelfeldspieler in der Sommertransferperiode 2020 zu spät, wodurch eine Klausel im Vertrag mit der Firma aktiviert wurde.

In der Regel endet das Fenster am 31. August und die Berater erhalten keine Provision mehr für die bereits begonnene Saison.

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Aufgrund der Pandemie wurde die Frist jedoch bis zum 5. Oktober verlängert und an diesem Tag machten die Hanseaten auch erst den Wechsel des 28-Jährigen zu Ajax Amsterdam fix.

Der Rekordneuzugang der Bremer absolvierte davor zwar nur drei Ligaspiele für den Sport-Verein, trotzdem verlangt das Unternehmen die Zahlung des Betrags für die gesamte Spielzeit '20/'21.

Corona-Pandemie laut Werder Bremen eine "Ausnahmesituation"

Der Bundesliga-Absteiger argumentiert mit den besonderen Umständen während dieser Zeit: "Durch die Corona-Pandemie hat sich eine Ausnahmesituation und damit eine nicht vorhersehbare Veränderung der Transferperiode ergeben. Deshalb muss die Vereinbarung, dass die Provision bei einem Wechsel in der Sommer-Transferperiode wegfällt, aus unserer Sicht weiterhin wirksam sein", sagt Tarek Brauer.

Die Berater-Firma sieht das anders, deshalb geht der Fall nun vor Gericht. Ein erster Termin musste allerdings abgesagt werden, da der Richter ausfiel. Anfang Dezember soll eine Entscheidung fallen.

"Ich habe so etwas in meinen zehn Jahren hier noch nicht erlebt", berichtet Brauer.

Wenigstens einen Lichtblick gibt es für den Meister von 2004: Aufgrund des Double-Gewinns von Klaassen mit dem niederländischen Spitzenklub erhielt der Verein eine Nachzahlung in Höhe von 700.000 Euro. Im nächsten Sommer können weitere folgen.

Titelfoto: Peter Dejong/ap/dpa

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