Namensgeber mit Nazi-Vergangenheit: Schweinfurt-Stadion bald umbenannt?

Schweinfurt - Wegen der umstrittenen NS-Vergangenheit des Unternehmers Willy Sachs will eine Initiative aus Schweinfurt das Willy-Sachs-Stadion umbenennen.

Das Archivfoto zeigt den Industriellen Willy Sachs in SS-Uniform (Archivbild).
Das Archivfoto zeigt den Industriellen Willy Sachs in SS-Uniform (Archivbild).  © Initiative gegen das Vergessen

Außerdem sollte dem Industriellen die Ehrenbürgerwürde der Stadt aberkannt werden, wie die "Initiative gegen das Vergessen" am Montag mitteilte. Acht der neun im Stadtrat vertretenen Parteien und Wählergruppen hätten sich dem Vorhaben angeschlossen.

Der Industrielle Willy Sachs, Sohn des Gründers der Schweinfurter Präcisions-Kugellagerwerke Fichtel & Sachs, war Nationalsozialist und Mitglied der SS, SA und NSDAP. Der Initiative zufolge hatte Sachs enge Beziehungen zu Nazi-Größen wie Hermann Göring und spendete der NSDAP viel Geld.

1936 schenkte er seiner Heimatstadt ein Stadion, das nach ihm benannt wurde. Bereits seit Jahrzehnten wird in Schweinfurt über die düstere Nazi-Vergangenheit von Willy Sachs diskutiert.

Die nach eigenen Angaben 116 Unterstützer der Initiative wollen das Fußballstadion mit Leichtathletikanlage in "Sachs-Stadion" umbenennen. Der Stadtrat wird sich voraussichtlich am 1. Dezember mit der Sache befassen.

Das Stadion ist die Heimstätte des Fußball-Viertligisten 1. FC Schweinfurt 05.

Titelfoto: Initiative gegen das Vergessen

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