Werner schon wieder in der Kritik: Ex-Chelsea-Star schießt gegen DFB-Kicker

London - Timo Werner (25) hat es auf der Insel weiterhin nicht leicht! Nach dem 1:1-Unentschieden gegen Manchester United am Sonntag bemängelte der ehemalige Premier-League-Torschützenkönig Jimmy Floyd Hasselbaink (49) die Leistung des deutschen Nationalspielers in aller Deutlichkeit.

Kein Glück vor dem Kasten: Timo Werner (25) muss an seiner Effizienz im Abschluss arbeiten.
Kein Glück vor dem Kasten: Timo Werner (25) muss an seiner Effizienz im Abschluss arbeiten.  © Frank Augstein/AP/dpa

"Schlecht! Mit dem Ball und ohne Ball", so das harsche Urteil des 49-jährigen Niederländers nach dem Match bei Sky Sports.

Der Grund für die verbale Schelte war eine vergebene Chance vom gebürtigen Stuttgarter in der 58. Minute. Acht Zeigerumdrehungen nach dem 1:0-Führungstreffer von Jadon Sancho (21) kam Werner durch einen verlängerten Eckball völlig frei im Strafraum zum Abschluss. Der Volley aus knapp zehn Metern segelte jedoch meilenweit am Tor vorbei.

"Er vergibt immer wieder große Chancen, große Gelegenheiten. Er muss sie reinmachen", platzte es aus dem früheren FC-Chelsea-Star heraus.

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Zwar seien die Laufwege des 25-jährigen Stürmers schon ganz gut, "aber am Ende bist du eine Nummer neun. Du wirst nach deinen Torchancen bewertet und was du aus ihnen machst."

Und daran hapert es beim pfeilschnellen DFB-Akteur seit seiner Ankunft in der englischen Hauptstadt. Immer wieder lässt der frühere RB-Leipzig-Kicker große Möglichkeiten liegen, gerade in wichtigen Partien.

In dieser Saison netzte Werner in acht Einsätzen für die Mannschaft von Thomas Tuchel (48) erst einmal am siebten Spieltag gegen den FC Southampton ein.

Findet Timo Werner beim FC Chelsea in der Premier League noch zu alter Form?

Jimmy Floyd Hasselbaink (49, l.), hier gegen Chelsea-Legende Frank Lampard (43), beendete 2008 seine erfolgreiche Karriere. (Archivbild)
Jimmy Floyd Hasselbaink (49, l.), hier gegen Chelsea-Legende Frank Lampard (43), beendete 2008 seine erfolgreiche Karriere. (Archivbild)  © Lindsey Parnaby

Immerhin traf der Offensivspieler unter der Woche bei seiner Rückkehr nach Verletzung beim 4:0-Erfolg gegen Juventus Turin in der Champions League, doch wenn er sich langfristig beim Titelanwärter von der Stamford Bridge durchsetzen möchte, muss mehr kommen.

Schon in der Vergangenheit wurde der flinke Angreifer für seine mangelnden Abschlussqualitäten kritisiert, Hasselbainks Worte schlugen nun in dieselbe Kerbe.

Seit dem 53-Millionen-Euro-Wechsel aus der Bundesliga zu den "Blues" erzielte der 47-fache Nationalspieler in 64 Partien erst 15 Tore, dazu gab er 16 Assists - zu wenig, um die hohen Erwartungen beim britischen Spitzenteam zu erfüllen.

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Vielleicht sollte sich Werner ein Beispiel an seinem Kritiker nehmen, denn für den 49-jährigen TV-Experten und Trainer von Drittligist Burton Albion lief es während seiner aktiven Zeit im englischen Oberhaus deutlich besser.

Hasselbaink sicherte sich gleich zweimal die Torjägerkanone der Premier League: In der Saison 1998/99 knipste er 18 Mal für Leeds United, zwei Jahre später durfte er beim FC Chelsea 23 Treffer bejubeln.

In 288 PL-Begegnungen war er insgesamt 127 Mal erfolgreich. Zu seinem Pech kam er trotz dieser beeindruckenden Quote nur auf 23 Länderspieleinsätze für die Elftal, da mit Patrick Kluivert (45) und Ruud van Nistelrooy (45) gleich zwei weitere Sturmlegenden zur Jahrtausenwende um Spielzeit stritten.

Titelfoto: Frank Augstein/AP/dpa

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