Trauer um Ex-Bundesliga-Trainer! Handball-Legende "Ćos" ist tot
Zagreb (Kroatien) - Als Handballer repräsentierte er ein Land, das längst nicht mehr existiert. Später schrieb er selbst Geschichte - und hinterließ dabei in Deutschland seine Spuren. Nun ist Josip Milković tot.
Im Alter von 83 Jahren sei der frühere Spitzensportler sowie Trainer am Montag verstorben, teilte der kroatische Verband mit und gab damit den Tod eines seiner ganz Großen bekannt. Schon zu seinen Zeiten als Profi in den 60er- und 70er-Jahren zählte Milković nämlich zu den Besten seines Fachs.
Den Grundstein dafür legte der unter dem Spitznamen "Ćos" bekannte Kroate beim einstigen Spitzenverein RK Medveščak Zagreb: 1964 holte er mit dem Hauptstadt-Klub die Meisterschaft, im Jahr darauf gelang ihm gar das nationale Double aus Liga-Titel und Pokalsieg, letztere Trophäe folgte 1970 ein weiteres Mal.
Seine Qualitäten stellte er jedoch nicht nur auf Vereinsebene unter Beweis. Für das ehemalige Jugoslawien stand er insgesamt 103-mal auf dem Platz, erzielte dabei insgesamt 310 Tore. Bei der WM 1970 in Frankreich gewann er im Trikot des zerbrochenen Vielvölkerstaates die Bronzemedaille.
Josip Milković war der erste Handball-Nationaltrainer Kroatiens
Auch nach seiner aktiven Karriere blieb Milković dem Handball verbunden. Nach ersten Trainerstationen in seiner Heimat arbeitete er in Deutschland unter anderem für die Bundesligisten SG Dietzenbach, VfL Günzburg, MTSV Schwabing, Bayer Leverkusen sowie bis Dezember 1989 für den THW Kiel.
Beim Rekordmeister verlief seine Zeit jedoch ohne den erhofften Erfolg. Es folgte die Entlassung, im Anschluss daran ein 25-Tage-Engagement bei der SG Weiche-Handewitt. Daraufhin führte ihn der Weg zurück in seine Heimat, wo er später als erster Trainer die Nationalmannschaft des 1991 unabhängig erklärten Kroatiens übernahm.
Im Jahr 2000 kehrte er noch einmal zurück, ehe schließlich Kult-Coach Lino Červar (75) seine Nachfolge antrat.
Titelfoto: IMAGO / WEREK