HCE-Interimscoach lobt: "Wir können stolz sein auf die Truppe"

Dresden - Selten ist ein "Trainer" mit so versteinertem Blick, so verkniffenen Lippen zur Pressekonferenz erschienen wie Karsten Wöhler (46) nach der unglücklichen 26:27-Niederlage seines HC Elbflorenz gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Da war sofort zu spüren: Hier ist einer enttäuscht, aber auch angefressen.

Engagiert an der Seitenlinie! "Trainer" Karsten Wöhler (46) handelte sich sogar ein Gelbe Karte ein.
Engagiert an der Seitenlinie! "Trainer" Karsten Wöhler (46) handelte sich sogar ein Gelbe Karte ein.  © Lutz Hentschel

Wöhler der Enttäuschte! "Schade, wir hatten absolut mindestens einen Punkt verdient. Ich habe den Jungs in der Kabine gar keinen Vorwurf gemacht. Sie haben gekämpft wie die Löwen, gebissen, gefightet bis zum Schluss, bis zum Zahnfleisch."

"Am Ende war es eine Frage der Kraft, einige mussten durchspielen. Nach der Roten Karte gegen Nils Kretschmer mussten wir nochmal improvisieren. In der Situation, in der wir waren, haben sich die Jungs sehr professionell verhalten."

"Ich habe ihn gesagt, dass ich nur sauer bin, wenn einer jetzt den Kopf hängen lässt und nicht mit breiter Brust in den VIP-Raum geht. Wir können stolz sein auf diese Truppe."

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Wöhler der Angefressene! Auch wenn er die Niederlage nicht explizit an den Schiris festmachen wollte, mit deren Leistung war Wöhler nicht happy. "Das Gesamtpaket der Zeitstrafen gegen Nils war unglücklich. Das waren keine bösen Fouls, mit ein bisschen Fingerspitzengefühl war das keine Rote Karte, so wie Nils gespielt hat."

"Dann kriegst du noch einen Siebenmeter, was ein klares Stürmerfoul ist. Das sind am Ende zwei, drei Entscheidungen, Kleinigkeiten, die man so und so sehen kann."

Mindaugas Dumcius (26).
Mindaugas Dumcius (26).  © Lutz Hentschel

HC Elbflorenz gegen die HSG Nordhorn-Lingen im Pech

Enttäuschung bei (v.l.) Arseniy Buschmann (29), Ivar Stavast (23) und Henning Quade (33).
Enttäuschung bei (v.l.) Arseniy Buschmann (29), Ivar Stavast (23) und Henning Quade (33).  © Lutz Hentschel

Die Wahrheit liegt in der Mitte, das wusste auch Wöhler. Der HCE hatte nervös begonnen, kämpfte sich rein. Hatte nach dem 19:16 (42.) die Chance auf vier wegzuziehen, doch Mindaugas Dumcius (26) scheiterte an Keeper Björn Buhrmester (36).

Beim 25:25 vergab der sonst so treffsichere Lukas Wucherpfennig (26) einen Siebenmeter, ausgerechnet in den letzten zwei Minuten fehlte Torgarant Sebastian Gruß (34) wegen einer Zeitstrafe.

Wohl auch an diese Szenen dachte Wöhler, als er von "ein bisschen mehr Glück in einigen Situationen, ein bisschen mehr Effektivität bei einigen Würfen" sprach, die zu einem HCE-Erfolg hätten führen können.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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