Horrorsaison! Aber der HC Elbflorenz zeigt sich so stark wie noch nie

Dresden - Die vierte war die bisher beste Saison des HC Elbflorenz in der 2. Bundesliga. Platz vier in der Abschlusstabelle, erstmals 42 Punkte und mehr als 1000 Tore erzielt, obendrein bestes ostdeutsches Team - TAG24 sprach darüber mit Chefcoach Rico Göde (39).

Chefcoach Rico Göde (39) schreit all seine Freude heraus. In der abgelaufenen Saison konnte er das bei 20 Siegen oft tun.
Chefcoach Rico Göde (39) schreit all seine Freude heraus. In der abgelaufenen Saison konnte er das bei 20 Siegen oft tun.  © Lutz Hentschel

TAG24: Worauf führen Sie diese ebenso starke wie überraschende Bilanz zurück?

Göde: "Wir haben uns in vielen Bereichen zum Teil deutlich verbessert, haben mehr Konstanz gezeigt. Das beginnt mit der Abwehrarbeit im Verbund mit unseren Torhütern. Hier machte unser Kapitän und Keeper Mario Huhnstock seine bisher beste Saison, wobei er mit Max Mohs gut harmonierte.

Wir liefen aber auch mehr Angriffe, sind da effektiver geworden. Lukas Wucherpfennig zeichnete sich in seinem ersten Jahr bei uns als sicherer Siebenmeter-Schütze aus. Bei 101 Würfen vom Strich hat er 87 mal getroffen. Sebastian Greß als Motor unseres Spiels und gefährlicher Werfer hat weiter zugelegt.

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Die wichtigste Zahl ist: Wir haben unsere technischen Fehler im Schnitt auf 8,6 pro Spiel verringert. Diese positive Tendenz können wir aber noch weiter ausbauen."

Gibt es in so einer erfolgreichen Saison auch Verlierer?

Göde: "Bitter war die erneute schwere Verletzung von Nils Gugisch am 30. Dezember bei der letzten Aktion im Heimspiel gegen Eisenach. Mit dem Saisonabschluss haben wir neben "Gugi" zudem Michal Kasal, Jonas Thümmler und Torwart Tom Göres verabschiedet. Zur Trennung von Jonas muss ich sagen, das war die allerhärteste Entscheidung, die ich als Trainer bisher treffen musste. Er ist ein super Typ, stark im Angriff, hat viele Siebenmeter herausgeholt, aber wir brauchen komplette Spieler für Angriff und Abwehr."

Die Torhüter Mario Huhnstock (l.) und Max Mohs harmonierten gut miteinander.
Die Torhüter Mario Huhnstock (l.) und Max Mohs harmonierten gut miteinander.  © Lutz Hentschel

Welchen Einfluss hatte die Corona-Pandemie auf die Saison?

Göde: "Corona hat uns in den verschiedensten Bereichen vor große Herausforderungen gestellt. Improvisieren war das neue Planen. Was die Spiele betrifft: Die Jungs sind Wettkämpfer, wollen sich präsentieren und dann trittst du vor leeren Rängen an.

Ich muss meine Spieler loben, sie haben sich auch neben dem Sport sehr verantwortungsbewusst verhalten. Ich dachte schon, wir kommen mit Glück als Mannschaft durch. Aber dann kam der Hammer nach dem Hamm-Spiel. Insgesamt 14 Spieler waren betroffen, vor allem mit Gliederschmerzen. Wir hatten 14 Tage Quarantäne.

Als Trainer habe ich mich dann damit beschäftigt, wie sich die Erkrankung auf Herz und Lunge auswirkt. Wie kommst du zurück, welche Belastung ist möglich?

Ein dickes Lob möchte ich unseren Mannschaftsärzten und Physios aussprechen, die uns sehr geholfen haben. Ich bin jetzt froh, dass diese Horrorsaison vorbei ist, in der es obendrein vier Corona-bedingte Spielverlegungen für uns gab. Der einzige Vorteil, den diese schwere Zeit hatte: Sie hat uns als Team weiter zusammengeschweißt."

Lukas Wucherpfennig war der erfolgreichste Dresdner Werfer. Mit 209 Treffern, davon 87 Siebenmeter, wurde er drittbester Kanonier in der 2. Bundesliga
Lukas Wucherpfennig war der erfolgreichste Dresdner Werfer. Mit 209 Treffern, davon 87 Siebenmeter, wurde er drittbester Kanonier in der 2. Bundesliga  © Lutz Hentschel

Was passiert in den kommenden Wochen beim HC Elbflorenz?

Göde: "Jetzt ist erst einmal Urlaub. Am 16. Juli ist für die Spieler Arzttermin, am 19. starten wir in die Saisonvorbereitung. In der will ich neun Testspiele bestreiten, ein Trainingslager werden wir uns sparen. Am 10. September beginnt die neue Zweitligasaison. Ich denke, wir haben dann mit unseren Neuzugängen Rene Zobel, Christoph Neuhold, Michael Schulz und Vincent Klepp einen noch stärkeren Kader."

Titelfoto: Lutz Hentschel

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