Erschreckender Test: Viele Sportgeräte mit Schadstoffen belastet

Leipzig - Die Fitnessstudios sind zu, in Gruppen trainieren geht auch nicht mehr: Um sich fit zu halten, greifen viele Menschen daher auf Sportgeräte für zu Hause zurück. Dass die Wahl aber wohlbedacht sein sollte, zeigt ein Test.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat sich einige Sportartikel näher angeschaut. (Symbolbild)
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat sich einige Sportartikel näher angeschaut. (Symbolbild)  © ramain/123RF

Der anhaltende Lockdown bietet viel Freizeit, die Neujahrsvorsätze waren sowieso auf Sport ausgelegt: Die Ausreden sind für einige im Januar endgültig vorbei und es wurde Zeit für ein Sportgerät.

Wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit Partnern aus ganz Europa im Zuge des europäischen Projekts "AskREACH" aber herausfand, ist die Wahl des Equipments ganz entscheidend.

In einer umfassenden Untersuchung fand man heraus, dass tatsächlich jedes vierte Produkt mit besorgniserregenden Substanzen wie Weichmachern, Schwermetallen oder Farbstoffen belastet ist.

Dafür wurden insgesamt 82 Produkte von unterschiedlichen Marken und Herstellern untersucht. Ob Schweißband von Nike oder Hanteln von Intersport: Die Tester machten keine Ausnahmen.

Die gefundenen Schadstoffe, auf Englisch "Substances of Very High Concern" (SVHCs) genannt, können beispielsweise krebserregend, fortpflanzungsschädigend oder erbgutverändernd sein.

Gymnastikbälle an vorderster Front

Gerade in Zeiten der Coronakrise haben sich viele Menschen vorgenommen, zu hause Sport zu treiben. (Symbolbild)
Gerade in Zeiten der Coronakrise haben sich viele Menschen vorgenommen, zu hause Sport zu treiben. (Symbolbild)  © maridav/123RF

Am meisten stachen beim Test zwei Gymnastikbälle heraus, in denen Phthalat-Konzentrationen, also Weichmacher, von 41 Prozent bzw. 35 Prozent (DIBP) gefunden wurden. In einem Springseil waren die Werte ebenfalls sehr hoch.

Laut den Testern hätten sieben der Produkte überhaupt nicht legal verkauft werden dürfen. Darunter befand sich zum Beispiel ein Boxhandschuh der Marke Lonsdale.

Schockierend: Der BUND forderte die Hersteller auf, im Vorfeld des Tests Auskunft über hohe Konzentrationen von besorgniserregenden Stoffen preiszugeben.

Die Firmen, in denen am Ende die meisten Schadstoffe gefunden wurden, kamen ihrer Auskunftspflicht nicht nach.

Die Ergebnisse wurden inzwischen an die zuständigen Behörden weitergeleitet. Ein umfassender Bericht über den Test wurde hier veröffentlicht.

Titelfoto: ramain/123RF

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