100.000 Yards: Tom Brady knackt Jahrhundert-Marke! Und niemanden interessiert es

USA - Die komplette Football-Welt schaut auf den kommenden Sonntag. Die NFL feiert ihr Debüt in Deutschland. Da ging ein echter Meilenstein am letzten Wochenende fast unter - sogar beim Jubilar selbst.

Meilenstein ohne Ruhm. Tom Brady knackte am Sonntag als erster die historische 100.000 Passing Yards-Marke... und ging enttäuscht vom Feld.
Meilenstein ohne Ruhm. Tom Brady knackte am Sonntag als erster die historische 100.000 Passing Yards-Marke... und ging enttäuscht vom Feld.  © Julio Aguilar / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

Das mag jedoch nicht am "Munich Game" gelegen haben, sondern an Tom Bradys (45) festen Willen, ein Spiel zu drehen.

Allerdings lief es in der Situation nicht ganz ideal. Doch alles der Reihe nach. Bevor es am Sonntag für ihn und die Tampa Bay Buccaneers gegen die L.A. Rams ins Stadion ging, hatte der Dauer-Rekord-Brecher in seiner Gesamtkarriere 99.834 Passing Yards erzielt.

Der schnelle Rechner weiß: Es fehlen noch 164 weitere und der ohnehin in der Kategorie Erstplatzierte schafft es als erster Mensch der Welt, in der NFL die sechsstellige Marke zu durchbrechen.

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Allerdings fielen die Buccaneers - wie in den letzten Wochen - durch eher unterirdische Leistungen auf. Mit einem 6:13-Rückstand ging es ins letzte Quarter. Tom Brady, der G.O.A.T. ("Greatest Of All Times), wie er bezeichnet wird, konnte bislang noch keinen Touchdown für sein Team kreieren.

Zu diesem Zeitpunkt schien es gar nicht so unwahrscheinlich, dass diese historische Rekordmarke tatsächlich erst in München gebrochen werden solle. Doch plötzlich lief alles anders.

Dass Brady endlich mal wieder einen Sieg wollte, spürte man. Sein Rekord war Nebensache.

Keine zehn Minuten waren noch auf der Uhr und es fehlten vier Yards zum Meilenstein. Bei 3rd and 10 konnte er einen ausreichend langen Pass an den Mann bringen und dann - nichts. Foul. Zehn Yards Strafe.

Eine Brille wie aus einem "Mickey Maus"-Heft als neuer Mode-Hit?

Yps-Heft oder "Spy Kids"-Bewerbung: Vikings Wide Receiver Justin Jefferson (23) griff mit dieser Brille optisch ordentlich in die Schüssel.
Yps-Heft oder "Spy Kids"-Bewerbung: Vikings Wide Receiver Justin Jefferson (23) griff mit dieser Brille optisch ordentlich in die Schüssel.  © SCOTT TAETSCH / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Der Versuch wurde wiederholt, nun mussten aber 20 Yards zurückgelegt werden. Sein Pass fand in die Hände von Leonard Fournette (27) und der erzielte damit 16 Yards. Damit stand der Quarterback bei 100.002 Karriere-Yards.

Doch Brady wollte davon nichts wissen, denn der Raumgewinn war vier Yards zu kurz und er musste vom Feld.

Zwar schaffte er neun Sekunden vor Schluss den siegreichen Touchdown-Pass - der Meilenstein-Zeitpunkt war damit aber längst verstrichen. Was von dem Wochenende wohl eher bleibt, ist in einem anderen Stadion zu beobachten gewesen.

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Denn für den Hingucker der Woche sorgte ohne Zweifel Minnesota Vikings Wide Receiver Justin Jefferson (23). Er lief mit einer "Sonnenbrille" auf, die von "Good Morning Football"-Moderator Jason McCourty (35) zu Recht mit einem Requisit aus dem Kinderfilm "Spy Kids" verglichen wurde.

Ferndiagnostisch wirkte die Verarbeitung auf Mickey Maus-Heft-Level und angepasst war hier definitiv auch nichts. Wette verloren? Von TikTok-Werbung verarschen lassen? Ins falsche Start-up investiert? Wir wissen es nicht.

Wenn das Teil Mode wird, erfinde ich eine Zeitmaschine und hindere Bruce Willis daran, den Asteroiden zu sprengen.

Okay, Jefferson selbst musste es ja nicht sehen. Und ihm kann auch egal sein, was ein Typ aus Deutschland davon hält. Denn er und sein Team konnten am Sonntagabend nach einem 20:17-Sieg gegen Washington erstmal ordentlich feiern gehen. Übrigens eines der sechs (von 13) Spielen, das mit nur einem Field Goal Unterschied endete. Vier davon mit 17:20.

Alle Ergebnisse aus dem 9. Spieltag in der National Football League

So haben die Mannschaften in der 9. Woche der National Football League gespielt.

(Wie für die NFL typisch, steht das Auswärtsteam an erster Stelle, in den Klammern stehen Siege-Niederlagen und ggf. an letzter Stelle die Unentschieden.)

Philadelphia Eagles (8-0) @ Houston Texans (1-6-1) 29:17

Los Angeles Chargers (5-3) @ Atlanta Falcons (4-5) 20:17

Miami Dolphins (6-3) @ Chicago Bears (3-6) 35:32

Carolina Panthers (2-7) @ Cincinatti Bengals (5-4) 21:42

Green Bay Packers (3-6) @ Detroit Lions (2-6) 9:15

Las Vegas Raiders (2-6) @ Jacksonville Jaguars (3-6) 20:27

Indianapolis Colts (3-5) @ New England Patriots (5-4) 3:26

Buffalo Bills (6-2) @ New York Jets (6-3) 17:20

Minnesota Vikings (7-1) @ Washington Commanders (4-5) 20:17

Seattle Seahawks (6-3) @ Arizona Cardinals (3-6) 31:21

Los Angeles Rams (3-5) @ Tampa Bay Buccaneers (4-5) 13:16

Tennessee Titans (5-3) @ Kansas City Chiefs (6-2) 17:20

Baltimore Ravens (6-3) @ New Orleans Saints (3-6) 27:13

Titelfoto: Montage: Julio Aguilar / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP + SCOTT TAETSCH / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

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