Echtes Gold? So viel ist eine Olympia-Medaille wirklich wert

Tokio - Bei den olympischen Spielen in Tokio werden fleißig Medaillen gewonnen, auch Deutschland hat schon einige der goldenen, silbernen und bronzenen Abzeichen errungen. Doch steckt in den Dingern auch echtes Gold drin? Wie viel ist eine Olympia-Medaille umgerechnet wert?

So sieht sie aus, die Goldmedaille der olympischen Spiele in Tokio. Aber aus welchen Materialien besteht sie wirklich?
So sieht sie aus, die Goldmedaille der olympischen Spiele in Tokio. Aber aus welchen Materialien besteht sie wirklich?  © Michael Kappeler/dpa

In erster Linie steht so eine Auszeichnung natürlich für großartige sportliche Leistungen, die der jeweilige Athlet oder die Athletin erbracht hat - dementsprechend haben die runden Metallstücke vor allem einen symbolischen und damit wohl unbezahlbaren Wert.

Trotzdem haben Wirtschafts-Journalisten des US-amerikanischen Fernsehsenders CNBC nun einmal ganz genau nachgerechnet, aus welchen Materialien die goldene Sieger-Trophäe besteht und wie viel sie damit in normales Geld umgerechnet wert wäre.

Das Ergebnis der Berechnungen: Eine Gold-Medaille der aktuellen Olympiade in Tokio hat einen reinen Materialwert von 820 US-Dollar beziehungsweise 690 Euro!

Dieser Preis setzt sich dadurch zusammen, dass in dem Metallstück ein Kern aus 550 Gramm Silber steckt, der mit knapp sechs Gramm Gold ummantelt ist. Bei den aktuellen Marktpreisen ist diese Goldmenge 353 Dollar und der Silberanteil knapp 466 Dollar wird, zusammengerechnet ergibt das also etwa 820.

Ja, richtig gelesen: Zu fast 99 Prozent besteht die Goldmedaille also gar nicht aus dem Edelmetall, nach dem sie benannt ist!

Gold-Medaille bei Olympia 2021 mehr wert als bei den letzten Winter-Spielen

In Tokio steht auch eine großformatige Reproduktion der Medaille, diese Riesenvariante besteht natürlich nicht aus echtem Gold.
In Tokio steht auch eine großformatige Reproduktion der Medaille, diese Riesenvariante besteht natürlich nicht aus echtem Gold.  © Rodrigo Reyes Marin/ZUMA Wire/dpa

Eine weitere interessante Rechnung, die CNBC durchgeführt hat, ist außerdem der Vergleich der aktuellen Medaillen mit denen der letzten Winter-Spiele von 2018.

Dabei kam heraus, dass die Gewinner-Auszeichnung bei Olympia 2021 insgesamt 30 Gramm (also fünf Prozent) leichter ist als die von vor drei Jahren. Das liegt daran, dass damals 580 Gramm Silber statt nur 550 Gramm in den Plaketten verarbeitet waren.

Doch obwohl die Medaillen von 2018 schwerer waren, hatten sie seinerzeit nur einen Wert von knapp 555 US-Dollar, also circa 483 Euro.

Für diesen großen Preisunterschied im Vergleich zu heute ist ganz einfach die Inflation und die Wertentwicklung der Edelmetalle verantwortlich.

Gold und Silber sind heute eben deutlich teurer als noch vor drei Jahren.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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