Holt SIE die erste deutsche Medaille bei Olympia 2021 in Tokio?

Tokio - Sorgt DSC-Wasserspringerin Tina Punzel (25) am Sonntag für ein historisches Ereignis, holt sie die erste Medaille für Deutschland bei den Olympischen Spielen in Tokio?

Taucht Tina Punzel (25) in Tokio mit olympischem Edelmetall auf?
Taucht Tina Punzel (25) in Tokio mit olympischem Edelmetall auf?  © Imago Images / Thomas Eisenhuth

Die 25-Jährige hat im Brett-Synchron gemeinsam mit ihrer Partnerin Lena Hentschel (20/Berlin) viel vor - und verkündet keck: "Wenn alles gut läuft, haben wir die Chance, um Bronze mitzukämpfen." Mindestens!

Denn bei der EM Mitte Mai in Budapest tauchten beide zu Gold, verdrängten die starken Italienerinnen Elena Bertocchi und Chiara Pellacani auf den Silberrang.

Tina sagt voller Stolz: "Die harte Arbeit hat sich bezahlt gemacht, der Sieg war verdient." Nicht zuletzt, weil unser Duo im fünften und abschließenden Durchgang einen tollen dreieinhalbfachen Salto vorwärts zeigte. Wenn der auch in Tokio so gut gelingen würde...

Fünf ist sowieso ihre Zahl bei Europameisterschaften - genauso viele Titel gewann die Studentin der Wirtschaftswissenschaften bislang.

In Tokio hat sie ein stressiges Programm zu absolvieren: Nur zwei Tage nach dem Doppel-Wettkampf vom 3-Meter-Brett springt Tina zusammen mit Christina Wassen (22/Berlin) im Turm-Synchron.

Von der 10-Meter-Plattform besteht eine deutlich geringere Chance auf olympisches Edelmetall. Aber wer weiß? Beim Weltcup Anfang Mai in Tokio tauchten beide zu Bronze.

Auch Martin Wolfram vom DSC tritt bei Olympia in Tokio an

Brett-Synchron vom Feinsten: Tina Punzel (v.) und Lena Hentschel.
Brett-Synchron vom Feinsten: Tina Punzel (v.) und Lena Hentschel.  © dpa/Tamas Kovacs

Im 3-Meter-Einzel sind Punzels Aussichten auf eine Medaille gering, dafür ist die Konkurrenz einfach zu stark. Trotzdem hat sich Tina ein anspruchsvolles Ziel gesetzt: "Ich will ins Finale der besten zwölf Springerinnen."

Das wird kräftezehrend, denn der Wettkampf zieht sich mit Vorkampf, Halbfinale und Endkampf über drei Tage (30. Juli bis 1. August). Am Finaltag hat sie zugleich Geburtstag. Ein gutes Omen?

Wenn Punzel in Tokio die Beine endlich hochlegen kann, fängt DSC-Kollege Martin Wolfram an. Am 2. August startet er im Vorkampf vom 3-Meter-Brett, tags drauf sind Halbfinale und Endkampf angesetzt.

Wolfram hält den Ball flach: "Ich stelle mir kein konkretes Ziel für die Spiele, weil ich mich nicht verrückt machen will. Ich will vielmehr zeigen, dass man nach vielen Verletzungen stark zurückkommen kann."

Bislang musste er sich vier Schulter-Operationen unterziehen (zwei links, zwei rechts), deshalb auch von seinem geliebten 10-Meter-Turm runter aufs 3-Meter-Brett.

Mit Erfolg. Beim Weltcup in Tokio tauchte er zu Gold, bei der EM in Budapest zu Bronze.

Titelfoto: Imago Images / Thomas Eisenhuth

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