Irre Olympia-Methode: Trainer gibt deutscher Judo-Kämpferin Ohrfeigen!

Tokio - Na, das sind ja mal Trainingsmethoden: Vor ihrem Kampf bei den olympischen Spielen in Tokio bekam die deutsche Judoka Martyna Trajdos (32) schon von ihrem Trainer die erste kleine Tracht Prügel.

Die deutsche Judoka Martyna Trajdos (32, r.) kämpfte gegen Szofi Ozabs (19) aus Ungarn.
Die deutsche Judoka Martyna Trajdos (32, r.) kämpfte gegen Szofi Ozabs (19) aus Ungarn.  © Oliver Weiken/dpa

Es war ein kurioser Auftritt der 32-jährigen Hamburgerin und ihres Trainers Claudiu Pusas: Die beiden schritten am heutigen Dienstagmorgen (deutscher Zeit) zum Ring, weil Trajdos in der Gewichtsklasse der Kämpferinnen unter 63 Kilogramm gegen die Ungarin Szofi Ozabs (19) antreten musste.

Bevor die deutsche Kämpferin aber auf die Matte trat, bekam sie von ihrem Coach noch einen letzten, nun ja, nennen wir es mal "Weckruf".

Wie in Videos von Eurosport zu sehen ist, schnappte sich Trainer Pusas seinen Schützling am Kragen, rüttelte und schüttelte sie ein paarmal kräftig durch - und dann gab er ihr auch noch zwei Backpfeifen!

Erst setzte es links, dann rechts eine Ohrfeige. So etwas im Sport-Fernsehen zu sehen, dürfte wohl für jeden, der nichts mit Kampfsport zu tun hat und der nicht allzu oft Judo-Kämpfe sieht, ziemlich befremdlich wirken.

Allzu ungewöhnlich scheint diese Praxis aber nicht zu sein, denn längere TV-Beiträge des Kampfes zeigen, dass sich die 19-jährige Ungarin auf der anderen Seite des Ringes ebenfalls ein paar Schläge ins eigene Gesicht gab.

Ohrfeigen vor dem Kampf werden aus gutem Grund verteilt

Und warum bitteschön machen die das? Der Sinn des Ganzen ist es, direkt vor dem Wettkampf noch einmal den eigenen Adrenalinspiegel hochzufahren - sich also quasi "aufzuheizen", bevor es ernst wird.

Viel gebracht haben die merkwürdig anzuschauenden Schütteleinlagen und die Backpfeifen dem deutschen Team aber nicht: Martyna Trajdos verlor das Duell gegen Szofi Ozabs und schied damit direkt in ihrem ersten Kampf und noch vor der Finalrunde aus.

Ihr Teamkollege Dominic Ressel schaffte es im Männer-Wettbewerb der Judokas bis 81 Kilogramm immerhin auf Rang fünf, verpasste damit aber ebenfalls eine Medaille.

Dafür hat Deutschland in anderen Sportarten bereits einige Erfolge feiern können. So gab es schon zweimal Gold und dreimal Bronze, erst vor Kurzem sicherte sich das Dressur-Reitteam die Gold-Medaille.

Titelfoto: Oliver Weiken/dpa

Mehr zum Thema Olympia 2021: