Olympia-Boxerin erhält als Belohnung eine Straße zu ihrem abgelegenen Dorf

Neu-Delhi - Die indische Olympia-Boxerin Lovlina Borgohai erhält nach dem Gewinn der Bronzemedaille in Tokio eine richtige Straße zu ihrem abgelegenen Dorf im Nordosten des Landes.

Lovlina Borgohain aus Indien (l.) und Busenaz Surmeneli aus der Türkei in Aktion.
Lovlina Borgohain aus Indien (l.) und Busenaz Surmeneli aus der Türkei in Aktion.  © Themba Hadebe/AP/dpa

Ein Abgeordneter der regionalen gesetzgebenden Versammlung hatte dazu die Initiative übernommen, wie er kürzlich mitteilte. "Lovlina ist eine Inspiration für all die vielen Mädchen von so kleinen Distrikten", sagte er laut der Zeitung "India Today".

In Indien gibt es verglichen mit reicheren Staaten wenig Sportförderung, besonders abseits der beliebten Sportarten Kricket oder Rugby. Viele junge Menschen können wegen Mangelernährung und Armut keine Karriere im Leistungssport machen.

Die 23 Jahre alte Borgohai kommt zudem wie viele andere indische Olympia-Athletinnen aus ärmeren Familien vom Land - wo es noch ganz andere Hürden gibt: Bereits von jungen Mädchen wird erwartet, dass sie sich um Hausarbeiten kümmern und früh heiraten.

Schaffen es Sportlerinnen aber zu Erfolg, können sie oft ihren Familien zu einem besseren Leben verhelfen und den Zwängen der patriarchalen Gesellschaft entfliehen.

Die Kapitänin des indischen Frauen-Hockey-Teams Rani Rampal sagte indischen Medien, dass ein Trainer sie zunächst abgewiesen habe, da sie zu mangelernährt ausgesehen habe. Auch seien ihre Eltern - eine Hausangestellte und ein Tagelöhner - zunächst gegen ihre sportlichen Ambitionen gewesen, da sie dadurch kurze Röcke tragen und reisen müsste, statt zu heiraten.

Inzwischen konnte die 26-Jährige ein Haus für ihre Eltern kaufen - und verheiratet ist sie auch noch nicht. Das indische Frauen-Hockey-Team spielt am Freitag um Bronze.

Titelfoto: Themba Hadebe/AP/dpa

Mehr zum Thema Olympia 2021: